Junger Sportjournalist übt das Sprechen vor der Kamera im Fitnessstudio.
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Beruf Sportjournalist*in

Traumberufe
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Einstiegsgehalt

ab ca. 2.000 Euro brutto (vor allem im Volontariat)

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Eigenschaften

Expertenwissen im Sport, Wortgewandtheit, Medienkompetenz, Flexibilität, Stressresistenz

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Besonderheiten

Einstieg möglich über journalistische Ausbildung und/oder Studium im Bereich Journalismus, Sport oder Medien

Was macht ein*e Sportjournalist*in?

Wir verstehen, warum manches Tor die Stimmbänder der Kommentator*innen strapaziert: Im Sportjournalismus fließen Adrenalin, Schweiß, die Zeit dahin und das Geld, vor allem zwischen großen Vereinen. Wie du Teil davon wirst, erfährst du hier.

Die Frage könnte man auch andersherum stellen: Was macht ein*e Sportjournalist*in eigentlich nicht? Je nach Schwerpunkt deiner Tätigkeit kann es sein, dass du so ziemlich alles machst, was ins Spektrum des (Sport-)Journalismus‘ fällt, vor allem, wenn du für ein kleineres Medienhaus arbeitest.

Vielleicht recherchierst du also am Freitag Hintergrundinfos, fährst am Samstag zum Spiel, machst Fotos und Notizen, interviewst noch schnell zwei Spieler*innen und düst in die Redaktion, um Bilder und Text möglichst schnell nach Abpfiff zusammenzusetzen. Und Moderation und Kommentar haben wir dabei noch gar nicht aufgeführt!

Nun ist es nicht immer der Fall, dass eine Person alle Aufgaben im Sportjournalismus übernimmt, aber multimediale Fähigkeiten sind auf jeden Fall wichtig. Denn u. a. durch die Medienkrise in den frühen 00-er Jahren gibt es inzwischen deutlich weniger festangestellte Journalist*innen, auch sind Tätigkeitsbereiche durch die Verlagerung von Print zu Digital näher zusammengerückt. Wer einen Artikel zum Beispiel für ein Online-Magazin schreibt, wird ihn vielleicht ebenfalls selbst layouten, ins Content Management System einpflegen, Bilder schießen, aussuchen und zuschneiden.

Für Sportjournalist*innen (und Korrespondent*innen) war es laut der Deutsche Journalisten Akademie übrigens schon vor besagter Medienkrise üblicher als für andere Ressorts, zu freelancen. Es ist also möglich, dass du dich als (feste*r) freie*r Sportjournalist*in verdingst und deine Aufträge für Zeitungen, Online-Magazine oder Rundfunkanstalten weitestgehend selbstständig erarbeitest. (“Feste freie Mitarbeiter*innen” ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Freelancer*innen, die häufig für denselben Auftraggeber arbeiten.)

Wo kannst du als Sportjournalist*in arbeiten?

  • Rundfunkanstalten (Fernsehen, Radio)
  • (Online)-Magazine
  • Verlage
  • Sportredaktionen bei Zeitungen
  • Sportvereine und -verbände
  • im Bereich PR im Sportmanagement oder bei Werbeagenturen
  • freiberuflich als (feste*r) freie'r Mitarbeiter*in

Wie du siehst, kann man sich als Sportjournalist*in auch in den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und PR bewegen. Es ist allerdings ratsam, die Bereiche nicht zu vermischen, denn sonst kann dir selbst bei guten Absichten schnell – und nicht unbedingt zu Unrecht – unterstellt werden, dass du nicht mehr unabhängig und neutral recherchierst, sondern mit werblichem Einfluss.

Typische berufliche Schwerpunkte

Journalismus generell und Sportjournalismus im Speziellen bietet ein breites Feld an Tätigkeiten: Du kannst dich prinzipiell auf einen bestimmten Sport spezialisieren oder dich breit aufstellen, vor oder hinter der Kamera oder dem Mikro arbeiten, eher am Schreibtisch recherchieren und schreiben oder am Spielfeldrand stehen, festangestellt arbeiten oder (fest-)frei.

Diese Jobs sind allerdings (leider) nichts, was dir auf dem Präsentierteller gereicht wird – Journalismus ist ein beliebtes Berufsfeld, in das man nicht immer leicht einen Fuß bekommt. Vernetzung ist elementar, durch Praktika, Volontariate, Kontakte und natürlich gute Arbeit. Der Begriff Journalist*in ist nicht geschützt, also kann sich theoretisch jede*r so nennen – umso wichtiger, dass du dich qualitativ abhebst und den Stress, den der Beruf mit sich bringt, gut wegsteckst!

Dich früh zu spezialisieren, kann bei alldem durchaus ein Vorteil sein: Es gibt einfach mehr Leute mit Ahnung von Fußball (in Deutschland nämlich so ziemlich jeder und sein Nachbar) als zum Beispiel von Eiskunstlauf. Allerdings hat nicht jede*r Journalist*in die Wahl, sich auf seinen oder ihren Wunschsport zu fokussieren. Besonders, wenn du freiberuflich arbeitest und zum Beispiel eine gewisse Region mit deiner Berichterstattung abdeckst, wirst du nicht genug verdienen, wenn du dich nur mit Handball auskennst. Ein breiteres Grundwissen mit Schwerpunkten in bestimmten Sportarten ist hier eventuell der beste Kompromiss.

Bei Tätigkeiten im Sportjournalismus gibt es u. a. folgende Schwerpunkte:

Wer einmal am Wochenende der Bundesliga-Liveschalte im Radio gelauscht hat, weiß: Wer auch nur eine Sekunde schläft, hat in dem Job nichts verloren. Und wem die Worte ausgehen, wenn sich die Situation zuspitzt, noch weniger. Aber wir wollen nicht immer vom Volksfieber Fußball ausgehen, natürlich trifft man in so ziemlich allen Sportarten, die in professionellen Wettkämpfen mit Berichterstattung betrieben werden, auf fachkundige Kommentator*in. 

Ob man unbedingt einen scharfen Trennstrich zwischen einer Sportreporterin und einem Sportkommentator ziehen muss, stellen wir mal dahin: Beide berichten in der Regel vom aktuellen Geschehen. Wir verstehen unter Reporter*in noch mehr jemanden, der vor oder nach einem Spiel oder Wettkampf Interviews führt oder zeitversetzt einen Artikel schreibt, während wir Kommentator*innen als Live-Stimme während des Geschehens kennen. Die Begriffe werden aber auch häufig synonym genutzt. 

Manche Sportjournalistinnen und -journalisten sind Allround-Talente und schießen eigene Fotos für ihre Berichterstattung. Vor allem bei kleinen Lokalzeitungen ist das üblich. Wenn du ein gutes Auge hast und die Stimmung besser in einem Bild als in Worten einfangen kannst, wäre es eine Überlegung wert, eine fotografische (Zusatz-)Ausbildung zu machen und hier deinen Schwerpunkt zu legen.

Sportstudio, Sportschau und ran – das dürften die bekanntesten Fernsehsendungen zur Sport-Berichterstattung sein. Dass man da nicht einfach einen Posten als Sportmoderator*in zugeworfen bekommt, dürfte klar sein, aber da hört es ja noch lange nicht auf. Auch kleinere Fernsehsender und Radiostationen haben Sportformate, das Internet ist größer als beide zusammen und selbst die Nische der buchbaren Sportmoderator*innen für Events gibt es. Außerdem sind da noch die Sender, deren gesamte Lebensaufgabe Sport und Berichterstattung darüber ist, etwa SkySport.

Sportjournalismus Studium

Ein Sportjournalismus Studium ist die naheliegendste Wahl, um Sportjournalist*in zu werden. Doch auch andere Studiengänge sind ein gutes Sprungbrett: ein generalistisches Journalismus Studium, ein Studium im Bereich Medien oder Kommunikation oder ein Sportwissenschaften Studium.  

Es ist üblich, den Einstieg in den Journalismus im Anschluss ans Studium durch ein Volontariat oder eine Zusatzausbildung an einer Journalistenschule zu meistern. Allerdings solltest du dich auch schon während des Studiums nach passenden Praktika und Nebenjobs umsehen. Wenn dein Studium – wie bei einem Sportstudium – zunächst einmal das Fachwissen vermittelt, aber nicht die journalistischen Kenntnisse, solltest du daran arbeiten. Das geht etwa durch Arbeit beim Uniradio, ein Praktikum bei der Lokalzeitung oder einen Nebenjob in einem Rundfunksender. Andersherum solltest du bei einem generalistischen Journalismus oder Medien Studium versuchen, zum Beispiel durch ein Praktikum in einer Sportredaktion oder einem Verein deinen Lebenslauf hin zur Sportexpertise zu bürsten.

Aber: Den einen gradlinigen Weg zum*r Sportjournalist*in gibt es nicht. Sowohl eine journalistische Ausbildung an einer Journalistenschule als auch ein (journalistisches) Studium oder in ganz seltenen Fällen ein Quereinstieg ohne klassische Ausbildung, können dich in den Sportjournalismus führen. 

So ist es etwa möglich

  • an einer Journalistenschule eine Ausbildung zu durchlaufen,
  • Journalismus zu studieren,
  • Sportjournalismus zu studieren,
  • ein Sportstudium (ggf. mit Medienschwerpunkt) zu absolvieren,
  • ein medienwissenschaftliches Studium mit entsprechenden Schwerpunkt-Praktika aufzunehmen.
Junge Sportjournalistin am Einsatzort vor der Kamera.
Sportjournalismus Studium

Im Sportjournalismus bist du immer am Ball – nur eben mit der Tastatur, dem Mikro und der Kamera statt mit dem Fuß. Wie wichtig Journalismus für den Sport ist, was du lernst und vor allem, wo du es studieren kannst, erfährst du hier! 

Ausbildung Sportjournalismus

Die Ausbildung an einer Journalistenschule ist ein sehr klassischer und allgemein hoch angesehener Weg in den Journalismus. Hier lernst du das Handwerk von der Pike auf, inklusive der ethischen Grundsätze, wie man gründlich recherchiert und unterschiedliche Berichtformate produziert. Allerdings sind die Plätze an Journalistenschulen begehrt und hart umkämpft – die Deutsche Journalistenschule in München zum Beispiel ist die älteste Schule dieser Art in Deutschland und nimmt pro Jahr nur 45 neue Studierende auf. Auch an Journalistenschulen, die an große Verlage gekoppelt sind, musst du dich auf Arbeitsproben, Auswahlgespräche und Bewerbungstests einstellen.

Um Praktika und Volontariate kommst du vermutlich bei keiner der Varianten vorbei, obwohl Journalistenschulen so praktisch ausgerichtet sind, dass ihre Schüler*innen manchmal sogar „Volontär*innen“ heißen. Der Markt um Ausbildung und Stellen im Journalismus ist allerdings so hart umkämpft, dass du für eine Volo-Stelle oft schon ein abgeschlossenes Studium oder eben eine journalistische Ausbildung sowie ggf. Praktika mitbringen musst. Ein Platz an einer Journalistenschule ist zwar schon eine Auszeichnung für sich, aber leider kein Freifahrtschein für eine reibungslose Karriere direkt im Anschluss.

Falls du eine Hilfestellung brauchst, welche Schulen seriös sind, findest du dazu eine Broschüre auf der Website des Deutscher Journalisten-Verband.

Berufsperspektiven

Seien wir realistisch: Es besteht kein Mangel an (Sport-)Journalist*innen, sondern eher an festen Stellen. Der Weg zum Beruf ist also nicht einfach und wenn du angekommen bist, musst du immer auf der Höhe der Zeit bleiben. Natürlich mit deinem Fachwissen, aber auch die Art, wie Inhalte vermittelt werden, entwickelt sich stets weiter. Der Deutscher Journalisten-Verband schreibt dazu: „Die ideale Mischung scheint aus speziellen, profunden Sachkenntnissen in bestimmten Wissensgebieten zu bestehen – bei gleichzeitiger flexibler Umsetzungskompetenz, also breit gefächerter Fachkenntnis in den journalistischen Arbeitsbereichen und neuen Medientechniken.“

Spezialisiert bist du insofern schon mit deinem Schwerpunkt Sport (wobei du dich auch noch mehr auf eine oder mehrere Sportarten konzentrieren kannst). Und was die Umsetzung angeht, wirst du eventuell einen Schwerpunkt auf ein Medium haben (Fernsehen, Radio, Text), aber es kann nie schaden, sich zum Beispiel mit Content Management, Social Media oder ein wenig Medientechnik auszukennen. Online-Kompetenzen sind sowieso in beinahe allen Berufsfeldern hilfreich, erst recht im Journalismus, in dem inzwischen jeder lokale Radiosender seine Beiträge online veröffentlicht.

Karriereweg und Aufstiegschancen

Oft beginnen Karrierewege im Sportjournalismus nicht direkt im Ressort Sport. Nehmen wir Dunja Hayali als Beispiel, die an der Deutschen Sporthochschule Köln mit dem Schwerpunkt „Medien und Kommunikation“ studiert hat, einem breiteren Publikum zunächst in Formaten wie dem  dem „heute“-Journal“ bekannt wurde, bevor sie im Moderatorenteam des „aktuellen sportstudios“ aufschlug.

Weiterbildungen können bei deiner Karriere wichtige Hilfsmittel sein, vor allem, da Aktualität von Wissen einer der Grundsteine des Journalismus‘ ist.
Wenn man nach Weiterbildungsmöglichkeiten für Sportjournalismus googelt, stößt man vor allem auf eine Menge Zusatzausbildungen für u. a. Journalisten und Journalistinnen, die sich auf Sportjournalismus spezialisieren möchten. Wenn du also eine generalistische Ausbildung gemacht hast, gibt es durchaus Optionen, dich noch im Nachhinein auf das Ressort Sport zu fokussieren.

Wie wir gerade schon festgestellt haben, ist es aber ebenso wichtig, Fachwissen und Medienkompetenzen aktuell zu halten – Weiterbildungen sind auch hier nützlich und sei es nur, um nicht den Anschluss in Social Media, Bildbearbeitung oder Presserecht zu verlieren, um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen.

Sollte es dich als Sportjournalist*in in eine Festanstellung verschlagen (herzlichen Glückwunsch!) könnten Weiterbildungen im Personal- oder Projektmanagement eine gute Idee sein, um zum Beispiel eine Stelle als Ressortleiter*in kompetent ausfüllen zu können.

Gehaltsaussichten

Oft beginnst du deine Karriere mit einem Volo und von dort ist es in der Regel ein längerer Weg auf der Karriereleiter – und das spiegelt sich auch in der Vergütung wider. Genauere Angaben zu deinen Verdienstaussichten zu Beginn deiner Karriere und auch später sowie in Abhängigkeit von Standort und Größe des Unternehmens, findest du auf unserer Gehaltsseite zum Thema.

Ein junger Sportjournalist spricht in die Kamera.
Gehalt Beruf Sportjournalist*in

Natürlich ist Sportjournalismus für viele eine Traumbranche, aber wird der Traum auch gut bezahlt? Das erfährst du auf unserer Seite zum Gehalt für Sportjournalist*innen.

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