Wo soll ich Sport studieren? Uni, FH oder Akademie?

Was ist der Unterschied zwischen einer Universität und einer Fachhochschule? Wieso gibt es immer mehr FHs, die sich "Hochschule" nennen? Und was ist eine Akademie bzw. eine Berufsakademie? Im Folgenden haben wir alle Infos für dich zusammengestellt! Und die entsprechenden Studiengänge findest du auch sofort.

Warum überhaupt studieren?

Bevor man sich der Frage widmet, ob man an einer Uni, einer FH oder Akademie studieren sollte, ist auch erstmal die Frage zu klären, warum man überhaupt studieren sollte. Für ein Hochschulstudium sprechen unter anderem:

  • Ohne ein abgeschlossenes Studium und den damit erworbenen akademischen Grad lassen sich manche beruflichen Ziele überhaupt nicht realisieren. 
  • Die Arbeitslosenquote ist unter Akademikern deutlich niedriger als bei anderen Qualifikationsgruppen.
  • Je höher hinaus die Karriere geht bzw. gehen soll, umso wichtiger wird meist eine akademische Ausbildung.
  • Manche Unternehmenshierarchien sind nur für Hochschulabsolventen erreichbar. 
  • In einem (Sport) Studium lernt man, wissenschaftlich zu recherchieren und zu arbeiten. Dies hilft einem später im Berufsleben an vielen Stellen weiter. 
  • Wenn du in die Forschung möchtest, bietet nur ein Studium die Möglichkeit, dieses wissenschaftliche Interesse später als Beruf auszuüben.

Weitere Infos dazu gibt es im Artikel "Ausbildung oder Studium" auf unserem Partnerportal Das-Richtige-studieren.de.

Sportstudium an der Universität

Sport studieren an einer Universität

Die Universität ist die höchste Bildungseinrichtung in Deutschland, wenn man sich die Zugangsvoraussetzungen anschaut. Als Absolvent einer Uni stehen einem viele Türen offen. So kann man entweder einen Master machen, eine Promotion anstreben oder auch in den Beruf einsteigen.

Wenn du ein Studium im Bereich Sport aufnehmen willst, beispielsweise Sport auf Lehramt, dann kommst du an der Uni nicht vorbei. Ein solches Sportstudium ist nur dieser Hochschulart vorbehalten, da sehr viel Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung gelegt wird. Das bedeutet, dass man als Uni-Student lernt, sorgfältig und wissenschaftlich zu arbeiten und mit Forschung in Berührung kommt.

Ein Studium an der Uni verlangt Selbstdisziplin, da man sich einen großen Teil des Lehrstoffes in Eigenarbeit bzw. in Lerngruppen mit anderen Studierenden beibringt. In den Vorlesungen werden zwar die konkreten Lehrinhalte behandelt, aber großer Wert wird auf die Nacharbeit des Stoffes gelegt.

In einem Uni-Studium ist man also öfter mal auf sich gestellt, da kein Professor deinen Lernerfolg kontrolliert. Das wird über die Prüfungen erledigt. Ehrgeiz und die Fähigkeit zur Selbstmotivation solltest du also mitbringen. Dafür stehen dir nach dem Studienabschluss die meisten Wege aller Hochschulabgänger offen. Wenn du Sport auf Lehramt (bzw. nach dem Bologna-Prozess "Bachelor of Education" und "Master of Education") studiert hast, dann ist der Weg an eine Schule sicherlich der Meistgewählte. Für andere Studiengänge bzw. Schwerpunkte gibt es noch viel mehr Wege. Es gibt z.B. einige Firmen, die nur Uni-Absolventen einstellen. Alternativ steht dir auch das Master-Studium offen oder bei entsprechend gutem Abschluss ist auch eine Promotion möglich.

Und die persönliche Entwicklung? Da man an der Uni öfters auf sich gestellt ist, sagt man, dass Uni-Absolventen eher Einzelkämpfer und durchsetzungsstärker sind. Außerdem ist die Fähigkeit, selbstständig an Probleme heranzutreten und sie erfolgreich zu lösen, bei Studierenden einer Universität meist ausgeprägter als bei Studierenden einer Fachhochschule. Ein weiterer Vorteil, zumindest für die ersten Jahre nach dem Berufseinstieg: Uni-Absolventen erreichen im Durchschnitt ein höheres Gehalt als Absolventen einer Fachhochschule.

Typisch für das Studium an der Universität:

  • Manche Sportstudiengänge, z.B. Sport auf Lehramt oder Sportwissenschaften, kann man nur an der Uni studieren.
  • Das Studium ist in der Regel als Vollzeitstudium konzipiert, d.h. es kann nicht nebenberuflich studiert werden. 
  • Die Vermittlung von theoretischem Wissen sowie die Grundlagenforschung haben große Bedeutung.
  • Das Ziel des Uni-Studiums ist normalerweise keine spezifische Berufsausbildung, sondern der Erwerb einer allgemeinen Berufsbefähigung. 
  • Die Vorlesungen finden manchmal mit bis zu 1.000 Studierenden statt. Der Master gilt als Regelabschluss

Sportstudium an einer Fachhochschule

Sport studieren an einer Fachhochschule

Wenn es um ein Studium geht, steht für viele die Universität an erster Stelle. Für ein Sportstudium (z.B. auf Lehramt) ist die Uni auch unumgänglich. Wenn man allerdings kein Sportstudium anstrebt, bei dem man selber sportlich aktiv ist, sondern eher z.B. ein Sportmanagement Studium, dann ist die Fachhochschule eine interessante Alternative.

Eine kurze Anmerkung: Aufgrund des Bologna-Prozesses benennen sich immer mehr Fachhochschulen in „Hochschulen“ um. Die FH Köln hat sich z.B. in "Technische Hochschule Köln" umbenannt und die FH München heißt jetzt "Hochschule München". Lass dich davon nicht irritieren, dies soll nur die allgemeine Annäherung von Unis und FHs im Rahmen der Abschlüsse Bachelor und Master verdeutlichen.

Der größte Unterschied zwischen einer Fachhochschule und einer Universität ist sicherlich die Praxisnähe des Studiums bzw. der Studieninhalte. Man könnte diesen Gegensatz so beschreiben: Während man an einer Uni zehn verschiedene Theorien der Betriebswirtschaft lernt, werden einem an der FH die drei bis fünf anerkanntesten Theorien vermittelt und diese dann direkt auf praktische Beispiele übertragen. Diese Praxisausrichtung ist auch der Grund dafür, dass es an Fachhochschulen mehr kreative und anwendungsbezogene Studiengänge (z.B. Kunst) gibt.

Die Verschulung des Studiums ist ein weiterer Unterschied. Wie oben beschrieben, verbringt man einen Großteil der Studienzeit an einer Uni mit dem Selbststudium, also indem man sich selber mit Hilfe von Lehrbüchern den Lernstoff beibringt. An einer FH ist der Unterricht viel stärker wie an einer Schule aufgebaut. Da die Kurse an einer Fachhochschule auch nicht bis zu 1.000 Studenten groß sind, sondern hier mit 30 – 50 Studierenden unterrichtet wird, entsteht an der FH ein viel aktiverer Unterricht.

Und noch etwas: An der FH kann man auch (Sportmanagement o.ä.) studieren, wenn man nicht die Allgemeine Hochschulreife, also das Abitur, besitzt. Die Vorraussetzung zum FH Studium ist nämlich die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Die erlangt man z.B. auch durch die Mittlere Reife zusammen mit einer Berufsausbildung.

Typisch für das Studium an einer FH:

  • Große Praxisnähe in den Vorlesungen.
  • Angewandte Forschung.
  • Oftmals enge und gute Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen aus der Wirtschaft.
  • Die Studiengruppen umfassen 40 bis 60 Studenten.
  • Das Studium kann berufsbegleitend konzipiert sein.
  • Als Regelabschluss gilt der Bachelor.

Sportstudium an einer Akademie oder Berufsakademie

Sport an einer Akademie/ Berufsakademie:

Zusätzlich zu den beiden Hochschularten „Universität“ und „Fachhochschule“ kann man in Deutschland auch noch an Akademien und Berufsakademien Sport studieren. Zwischen diesen beiden Institutionen gibt es wichtige Unterschiede:

Es gibt in ganz Deutschland zahlreiche Akademien, die in Zusammenarbeit mit einer Fachhochschule Sportstudiengänge anbieten. Du erkennst sie in unserer Übersicht an den Namen, wie z.B. „EMBA Medienakademie“, „Campus M21“ oder „EC Europa Campus“.

Diese Akademien sind ähnlich aufgebaut wie private Hochschulen. Du studierst in kleinen Gruppen und modernen Räumen, dafür fallen aber Studiengebühren an. In den letzten Semestern wechselt man dann meistens an die FH, die auch den akademischen Bachelorabschluss vergibt und schreibt dort die Abschlussarbeit.

Wie du sicherlich weißt, kann man Sport auch als Duales Studium absolvieren. Hier kommen, zusätzlich zu den FHs, auch Berufsakademien ins Spiel.

Als Bewerber für ein duales Studium an einer Berufsakademie schließt du zusätzlich zum Studienvertrag einen dreijährigen Ausbildungs- oder Arbeits- bzw Praktikumsvertrag mit einem Unternehmen aus dem Bereich, in dem der Studiengang liegt, ab. In den dann folgenden Studienjahren ist die Zeit, die du als Auszubildender oder Angestellter im Unternehmen verbringst, zur Hälfte geteilt mit der Studienzeit. Diese Praxis- und Theoriephasen wechseln sich meist im Drei-Monats-Rhythmus ab.

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