Sportpsychologie Studium

Wer körperliche Höchstleistungen bringen möchte, der muss auch psychisch fit und belastbar sein, denn: Jede Sportart hat eine mentale Komponente, welche sich unmittelbar auf die individuelle Leistungsfähigkeit auswirkt. An diesem Punkt setzt die Sportpsychologie an, denn sie beschäftigt sich mit den vielschichtigen Zusammenhängen zwischen Körper und Geist. Auf unserer Seite wollen wir dir erklären, um was es im Sportpsychologie Studium geht, welche Voraussetzungen du dafür erfüllen musst und wie die beruflichen Perspektiven aussehen.

Sportpsychologie studierenIn Wettkampf müssen Athleten in der Lage sein, sich ganz auf ihre Aufgabe zu konzentrieren und sich frei von Versagensängsten und Zweifeln zu machen. Professionelle Sportler haben immer jede Menge persönliche Betreuer an ihrer Seite, darunter häufig auch Sportpsychologen. Die helfen ihnen Strategien zu entwickeln im entscheidenden Moment alles zu geben. Sportpsychologen sind deshalb in erster Linie Berater und Betreuer von Einzelsportlern oder ganzen Teams. Man findet sie aber auch in Landes- oder Spitzenverbänden, in der akademischen Forschung oder in lehrenden Positionen, zum Beispiel in der Trainerausbildung. Obwohl der Zusammenhang von körperlicher Fitness und mentalem Coaching heute selbstverständlich sind, handelt es sich beim Studiengang Sportpsychologie noch um eine Nische im Bereich der Sportstudiengänge: Bisher gibt es ihn nur als Master und noch nicht als Bachelor.

Wusstest du, dass...

unterstützende mentale Übungen den Trainingsfortschritt um bis zu 15 Prozent steigern?

allein die Vorstellung von einem Krafttraining bereits Auswirkungen auf die Kraftentwicklung hat?

Sportler, die von ihren Leistungen überzeugt sind, erfolgreicher als Zweifler sind?

die Stimmung die Leistungsfähigkeit beeinflusst? Das wurde wissenschaftlich nachgewiesen.

Alles, was du über das Sportpsychologie Studium wissen musst!

Studieninhalte

Sportpsychologie studierenDer Studiengang Sportpsychologie wird ausschließlich als weiterführender Masterstudiengang angeboten. In der Regel erwerben die Studierenden, die sich in diesem Bereich spezialisieren möchten, zuerst einmal einen Bachelor in Psychologie oder Sportwissenschaften. In diesem erlernen sie die notwendigen Grundkenntnisse wie zum Beispiel Gesundheitsförderung, Methodenlehre, Entwicklungspsychologie, differentielle Psychologie, Trainingslehre oder Sportmedizin, auf denen der weiterführende Masterstudiengang der Sportpsychologie später aufbaut.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Der Weg zum Sportpsychologiestudium (Master) führt über ein Bachelorstudium der Psychologie oder der Sportwissenschaften, welches man an einer Universität oder einer Fachhochschule absolvieren kann. Für den Zugang zur Universität benötigen die Bewerber in der Regel das Abitur, für die Fachhochschule mindestens das Fachabitur. Mittlerweile bieten viele Hochschulen aber auch für Studierende ohne höheren schulischen Abschluss alternative Zugangskriterien an. Diese können entweder eine fachlich passende, abgeschlossene Berufsausbildung, eine Aufstiegsfortbildung oder ein bestandener hochschulinterner Zulassungstest sein. Informiere dich am besten bei der jeweiligen Hochschule selbst über die individuellen Leistungsnachweise, die für eine Zulassung notwendig sind.

Persönliche Voraussetzungen

Wer sich über ein Psychologiestudium den Weg zum Beruf des Sportpsychologen eröffnen möchte, sollte für dieses vor allem die Fähigkeit zum analytischen und logischem Denken mitbringen. Da die Statistik in der klinischen Psychologie eine große Rolle spielt, wird ein gewisses mathematisches Verständnis ebenfalls vorausgesetzt. Angehende Psychologen sollten außerdem ein tiefergehendes Interesse am menschlichen Verhalten und Erleben sowie Empathiefähigkeit mitbringen. Da ein großer Teil der Fachliteratur im Psychologiestudium auf Englisch verfasst ist, sind gute Sprachkenntnisse hier ebenfalls hilfreich.

Alle Interessenten, die sich dem Beruf Sportpsychologe hingegen über ein Studium der Sportwissenschaften nähern möchten, sollten vor allem ein ausgeprägtes Interesse an der Sporttheorie mitbringen, da diese einen Großteil der Studieninhalte ausmacht. Da das Studium inhaltlich eine Schnittstelle verschiedener thematischer Bereiche ist, ist eine interdisziplinäre Denkweise ebenfalls von Vorteil. Neben den theoretischen Inhalten stehen übrigens auch einige praktische Elemente auf dem Stundenplan, welche in der Turnhalle, dem Schwimmbad oder dem Sportplatz absolviert werden. Hierfür ist eine gute körperliche Fitness und Freude an Bewegung eine unmittelbare Grundvoraussetzung.

Dauer und Verlauf

Studiengänge, die für einen Master in Sportpsychologie qualifizieren, dauern in der Regel sechs Semester, also drei Jahre. In dieser Zeit werden die nötigen Grundlagen vermittelt, häufig ein Praktikum absolviert und zum Ende die Bachelorarbeit verfasst.

Studienformen

Die meisten Absolventen erwerben ihren Master in Sportpsychologie noch ganz klassisch in einem Vollzeitstudium, in welchem sie den kompletten Studiengang an der Hochschule selbst absolvieren. Allerdings sind alternative Studienformen, wie das Fern- oder Abendstudium, generell im Kommen. Im Bereich des berufsbegleitenden Studiums der Sportpsychologie gibt es bereits die Möglichkeit den Master in Sportpsychologie im Teilzeitstudium zu erwerben.

Studieninhalte

Sportpsychologie studierenDie Vermittlung von Methodenkompetenzen und umfassendem Fachwissen stehen im Mittelpunkt des Masterstudiengangs Sportpsychologie. Da viele der Dozenten in der Regel im Umfeld des Hochleistungssports arbeiten und ihre Erfahrungen an die Studierenden weitergeben, kommt aber auch die Praxis nicht zu kurz. Der konkrete Lehrplan variiert natürlich von Hochschule zu Hochschule.

Folgende Themen finden sich in fast jedem Curriculum:

  • Grundlagen der Sportwissenschaft
  • Grundlagen der Psychologie
  • Beratung, Betreuung, Coaching
  • Diagnostik der Sportpsychologie
  • Psychologisches und mentales Training
  • Organisation und Entwicklung von Teams
  • Kommunikation
  • Organisationspsychologie
  • Qualitative und quantitative Methoden

Je nach Hochschule finden diese Themen in unterschiedlicher Gewichtung Eingang in den Studienverlaufsplan. Außerdem ist teilweise auch die Wahl zwischen verschiedenen angebotenen Schwerpunkten möglich. So kann man sich aussuchen, ob man sich eher für den Bereich Management qualifizieren möchte oder den Fokus auf Psychologie legt. Wie das Studium genau aufgebaut ist, erfährst du in den Studiengangsbeschreibungen der Hochschulen, zum Beispiel mit unserem Hochschulfinder.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Um zum Masterstudium der Sportpsychologie zugelassen zu werden, müssen die Bewerber ein abgeschlossenes akademisches Erststudium mit einem Bachelor- (oder Diplom-) Abschluss vorweisen. In der Regel muss dieser Erststudiengang einen psychologischen oder sportwissenschaftlichen Schwerpunkt haben, so dass die Studierenden auf ausreichendes Vorwissen aus einem der beiden Bereiche zurückgreifen können.

Darüber hinaus verlangen einige Hochschulen zusätzlich ein gewisses Maß an entsprechender beruflicher Erfahrung (in der Regel ein Zeitraum von mindestens einem Jahr). Das ist immer vor allem immer dann Voraussetzung, wenn im Erststudium nicht ausreichend fachspezifische Kenntnisse erworben wurden.

Numerus Clausus (NC)

An vielen Instituten wird die Studienplatzvergabe zusätzlich über eine universitätsinterne Zulassungsbeschränkung reguliert. Der sogenannte Numerus Clausus (kurz: NC) bezieht sich auf die Abschlussnote des Erststudiums und fällt in jedem Semester anders aus. Informiere dich deswegen am besten immer direkt bei der Hochschule deiner Wahl, welcher Notenschnitt in den vergangenen Semestern verlangt wurde. So kannst du abschätzen, wie deine Chancen auf einen Studienplatz stehen.

Des Weiteren ist es heute bei vielen Masterstudiengängen üblich mit der Bewerbung ein Motivationsschreiben einzureichen. Wenn du erfahren willst, was in ein Motivationsschreiben alles reingehört und wie eines aussehen könnten, informiere dich dazu hier.

Persönliche Voraussetzungen

Um sowohl im Studium als auch im Beruf erfolgreich zu sein, sollten Sportpsychologen neben umfassenden fachlichen Wissen auch bestimmte charakterliche Eigenschaften und persönliche Interessen mitbringen. Diese sind vor allem:

  • Interdisziplinäres Denken
  • Analytische Fähigkeiten
  • Kommunikative Fähigkeiten
  • Einfühlvermögen und Empathie
  • Interesse und Freude an der Arbeit mit Menschen
  • Pädagogische Fähigkeiten
  • Interesse an der deutschen Sport- und Vereinslandschaft

Dauer und Verlauf

Im ersten Semester stehen in der Regel zuerst einmal Module auf dem Stundenplan, die sich mit grundlegenden und allgemeineren Inhalten sowohl der Psychologie als auch der Sportwissenschaften beschäftigen. In den höheren Semestern werden die Inhalte zunehmend spezifischer. Manche Hochschulen bieten außerdem über Wahlpflichtbereiche die Möglichkeit einer individuellen Spezialisierung. Viele Lehrpläne sehen auch das Absolvieren eines Praxisprojekts oder eines Praktikums vor, welches es den Studierenden ermöglichen soll, erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Das letzte Semester dient abschließend dem Anfertigen einer Masterarbeit.

Studienformen

Die meisten Absolventen erwerben ihrem Master in Sportpsychologie noch ganz klassisch in einem Vollzeitstudium, in welchem sie den kompletten Studiengang an der Hochschule selbst absolvieren. Allerdings sind alternative Studienformen wie das Fern- oder Abendstudium generell im Kommen. Im Bereich des berufsbegleitenden Studiums der Sportpsychologie gibt es bereits die Möglichkeit den Master in Sportpsychologie im Teilzeitstudium zu erwerben.

Karriere nach dem Studium

Sportpsychologie studierenDie zunehmende Professionalisierung im Spitzensport schafft einen wachsenden Arbeitsmarkt für Sportpsychologen. Verbände und Vereine haben längst erkannt, dass Spieler und Athleten mit kompetenter psychologischer Betreuung effektiver auf ihre Leistungsressourcen zurückgreifen können und bessere Ergebnisse erzielen. Dementsprechend angestiegen ist auch die Nachfrage nach qualifizierten Sportpsychologen während der letzten Jahre.

Als typische Arbeitgeber von Sportpsychologen haben sich Sportverbände, Vereine oder auch erfolgreiche Einzelsportler etabliert. Neben einer Tätigkeit als Betreuer gibt es aber noch andere berufliche Tätigkeitsfelder, in denen Sportpsychologen Anstellungen finden. Im Folgen stellen wir dir die typischen Einsatzgebiete vor.

Betreuung

Das psychische Wohlbefinden eines Sportlers hat einen großen Einfluss auf seine körperlichen Leistungen. Hier setzen sportpsychologische Betreuer und Berater an: Sie arbeiten nicht nur an einer konstanten Verbesserung der Leistung von Sportlern, sie sind auch an deren Persönlichkeitsentwicklung und der Optimierung von persönlichen Handelskompetenzen beteiligt. Außerdem betreuen sie Sportler während Verletzungsphasen und sind intensiv in den Prozess der psychischen und körperlichen Rehabilitierung eingebunden. Neben der Betreuung der individuellen Sportler gehören auch die Verbesserung der Beziehungen von Berufssportlern und Teammitgliedern untereinander sowie die Optimierung von Organisationsstrukturen und -abläufen zur Aufgabe von Sportpsychologen.

Forschung

Als Forscher tragen Sportpsychologen dazu bei, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, Methoden und Verfahren zu generieren, welche in anwendungsbezogenen Berufsfeldern genutzt und umgesetzt werden. Ihre neu entwickelten Trainings- und Diagnosemethoden sind die Werkzeuge, mit denen sportpsychologische Betreuer oder Ratgeber an der Leistungsoptimierung von Sportlern arbeiten.

Lehre

Sportpsychologen mit einer Leidenschaft für die Pädagogik haben die Möglichkeit, im Bereich der Lehre tätig zu werden. Hier unterstützen sie vor allem angehende Trainer in der Ausbildung, schulen deren Handlungskompetenzen und vermitteln sportpsychologische Ansätze und Trainingsmittel für die Anwendung im beruflichen Alltag. So vermitteln sie zum Beispiel, wie man Sportler richtig motiviert oder Konflikte innerhalb einer Mannschaft löst.

Alternative Einsatzgebiete für Sportpsychologen sind darüber hinaus auch die Jugendarbeit und Talentförderung sowie das Medien- und Kommunikationstraining.

Gehalt

Auf Grund des großen beruflichen Spektrums ist es so gut wie unmöglich, ein repräsentatives Einkommen für Sportpsychologen zu nennen. Grund für den Mangel an Informationen zum Gehalt ist natürlich auch der Umstand, dass es sich noch um relativ neues Berufsfeld handelt. Wie hoch das Gehalt ist, hängt letztendlich von verschiedenen Faktoren, wie der Branche, dem individuellen Arbeitgeber, der Art des Abschlusses oder der persönlichen Berufserfahrung, ab. Außerdem gilt: Je höher der Grad der Professionalisierung, desto höher wird in der Regel auch das Einkommen sein. So zahlt ein Bundesligaverein seinem Sportpsychologen zum Beispiel ein deutlich höheres Gehalt als ein regionaler Verband, in welchem Nachwuchssportler trainiert werden.

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Kommentare

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March 2017

Michelle

Hallo,
ich habe in diesem Jahr mein Abitur bestanden und bin sehr an dem Studiengang Sportpsychologie interessiert. Jedoch hätte ich noch ein paar Fragen, welche mir zu diesem Studiengang noch nicht klar sind. Kann ich ohne Weiteres in dieses Studium einsteigen oder ist dieser Studiengang nur eine "Weiterbildung", die ich erst nach einem abgeschlossenen Studium im Bereich Sport oder Psychologie studieren kann? Weiterhin frage ich mich, welche Unis im Raum Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen diesen Studiengang anbieten?

Ich würde mich über eine Antwort freuen.
LG Michelle

letzten Monat

Antwort von: Katrin

Hallo Michelle,

erst einmal Glückwunsch zm bestandenen Abitur!

Der Studiengang "Sportpsychologie" wird als weiterführender Masterstudiengang angeboten, d. h., dass vorher ein Bachelor-Studium (z. B. Psychologie oder Sportwissenschaften) absolviert werden muss.

Sportpsychologie wird unter anderem an der Deutschen Sporthochschule Köln angeboten. An der Universität Bielefeld gibt es den Bachelor-Studiengang "Sportwissenschaft (Schwerpunkt Psychologie und Bewegung)". Auf unserer Seite findest du alle Unis, die Sportpsychologie anbieten.

Viele Grüße

Katrin vom Team Sport-studieren.de

 

 

 

February 2017

Lars Düsterberg

Hallo Sportfreunde,
ich mache dieses Jahr mein Abitur und weil ich nichts anderes als Sport kann, möchte ich es studieren. Ich würde gerne in einer Großstadt studieren und hätte auch kein Problem, wenn es ein paar hübsche/süße Mädchen gibt. Habt ihr einen Vorschlag?
Liebe Grüße
Lars

February 2017

Antwort von: Laura

Hallo Lars,

was die Mädels angeht können wir dir leider nicht weiterhelfen - in unserer Datenbank findest du aber alle Sport-Studiengänge in Deutschland. Über die Umkreissuche kannst du dir dort die Hochschulen z. B. in Berlin, Köln, Hamburg, München etc. anzeigen lassen. 

Viel Erfolg und viele Grüße, Laura vom Team Sport-studieren.de

February 2017

Max Niklas Knöpfle

Find ich super jedoch gibt es evtl. noch mehr davon in Bayern?

February 2017

Antwort von: Laura

Hallo Max,

leider nicht - der Studiengang Sportpsychologie wird aktuell in Bayern nur von der Uni Regensburg angeboten. Das komplette Studienangebot in Bayern findest du hier, wenn du nach Bundesland filterst.

Viele Grüße, Laura vom Team Sport-studieren.de

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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