Sportmedizin Studium

Du möchtest Sport und medizinische Kenntnisse miteinander verbinden? Du willst mit deinem Fachwissen verletzten Sportlern helfen? Dann entscheide dich für ein Sportmedizin Studium! Bei uns erfährst du alles über Studieninhalte, Voraussetzungen, Studienverlauf sowie Karriere und Gehalt. Hier sind alle Infos zum Sportmedizin Studium!

Die Sportmedizin ist ein Teilgebiet der Medizin und beschäftigt sich dabei mit Verletzungen, die durch Sport entstehen. Sowohl Profi-Sportler als auch alltägliche Sportverletzungen von Jedermann stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Die Sportmedizin untersucht den Einfluss von Bewegungen auf den menschlichen Körper und umfasst damit Aspekte der theoretischen und praktischen Medizin.

Die Aufgaben eines Sportmediziners sind umfangreich und vielfältig. Du beschäftigst dich als Arzt mit den Erkrankungen, die durch Sport passieren können. Von typischen Verletzungen wie einem sogenannten Tennisarm über Ermüdungsfrakturen bis hin zu schweren Knochen- und Muskelverletzungen ist alles dabei. Dabei bist du in der Lage, sowohl bekannte Profiathleten als auch Freizeitsportler zu behandeln. Neben der ärztlichen Behandlung von Verletzungen stehen auch die Themen Prävention, Therapie und Rehabilitation im Zentrum der Sportmedizin.

Das Sportmedizin Studium ist besonders geeignet für alle, die sich für die medizinischen Aspekte des menschlichen Körpers interessieren und gleichzeitig eine gewisse Begeisterung für Sport und die unterschiedlichen Sportarten hegen. Dieser Studiengang verknüpft die beiden Elemente miteinander und ist daher in der Regel interdisziplinär aufgebaut.

Wusstest du, dass ...

... der menschliche Körper insgesamt 639 Muskeln hat? Dies macht ca. 25 bis 30 Prozent des Körpergewichts aus.

... Atembeschwerden bei Asthma oder chronischer Bronchitis durch regelmäßiges Ausdauertraining zurückgehen? Das Risiko von Erkältungsbeschwerden kann ebenfalls gelindert werden.

.. der Herzmuskel in einem Jahr über 2,5 Millionen Liter Blut transportiert? Das Herz einer Frau wiegt dabei ca. 280 Gramm, das Herz eines Mannes ca. 310.

Sportmedizin Studium: Alle Infos

Studieninhalte

Die schlechte Nachricht vorweg: Du kannst Sportmedizin nicht als eigenständigen Studiengang studieren. Es handelt sich hierbei um einen Teilbereich der Medizin und ist daher nur in Verbindung mit einem normalen Medizinstudium möglich. Wenn du Sportmediziner werden möchtest, musst du somit zuerst an einer Universität ein Humanmedizin Studium absolvieren und dich anschließend zum Sportmediziner weiterbilden. Dies bedeutet, dass du nochmal eine Zusatzqualifikation von rund 240 Stunden durchlaufen musst.

Inhaltlich gliedert sich das klassische Medizinstudium in drei Abschnitte:

  • Vorklinik (vermittelt die theoretischen Grundlagen der Medizin)
  • Klinik (konkrete klinische Fächer, zum Beispiel Chirurgie oder Orthopädie, werden gelehrt)
  • Praktisches Jahr (Arbeit in einer Klinik oder einem Krankenhaus)

Im Anschluss an deine Zulassung zum Arzt kannst du dich dann im Bereich der Sportmedizin weiterqualifizieren. Dabei werden dir folgende thematische Inhalte begegnen:

  • Grundlagen der Sportanatomie und Sportphysiologie
  • Sportmedizinische Leistungsdiagnostik
  • Sport bei orthopädischen Erkrankungen
  • Prävention und Rehabilitation in der Inneren Medizin
  • Leistungssportmedizin

Wenn dich diese Themen interessieren, du aber kein Medizinstudium absolvieren willst, findest du Inhalte rund um die Sportmedizin oft auch bei den Sport-Studiengängen Sportwissenschaften und Sport und Gesundheit. Diese kannst du ganz normal als Bachelor oder Master studieren. Allerdings kannst du dann später nicht als praktizierender Sportmediziner arbeiten.

Voraussetzungen

Wenn du dich für ein Sportmedizin Studium entschieden hast, musst du zuerst ein klassisches Medizinstudium absolvieren. Die Grundvoraussetzungen für die Qualifikation zum Sportmediziner ist die Approbation als Arzt und in den meisten Bundesländern auch die Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung. Einzig in Bayern und Nordrhein-Westfalen ist der Facharzt keine zwingend notwendige Voraussetzung.

Kurz gesagt: Du musst erstmal Medizin studieren und dieses Studium erfolgreich abschließen. Die Zulassung zum Medizinstudium ist leider nicht so einfach. Die meisten Hochschulen haben auf ihr Studium einen hohen Numerus Clausus festgelegt, da die Anzahl an Studienbewerbern bzw. Interessenten jedes Semester deutlich höher ist als die Anzahl der freien Studienplätze. In manchen Semestern kamen zuletzt rund 62.000 Bewerber auf ca. 11.000 Medizin-Studienplätze. Daher werden nur die Kandidaten mit den besten Abiturnoten oder der längsten Wartezeit zugelassen. Aktuell beträgt diese zwischen 13 und 15 Semestern. Allgemein werden 20 Prozent der Studienplätze für die besten Schulnoten vergeben, 20 Prozent über die Wartezeit (beides geregelt über die Stiftung für Hochschulzulassung) und 60 Prozent über ein Auswahlverfahren der Universitäten.

Die gute Nachricht: Die Regelung wurde jetzt vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft und gekippt. Ab 2019 muss das Verfahren zur Zulassung zum Medizinstudium neu geregelt werden.

Eine typische Bachelor-Master-Studienlaufbahn ist im Bereich der Medizin nicht möglich. Wenn du also Sportmedizin studieren willst, musst du zuerst das Medizinstudium absolvieren und dann die entsprechende Zusatzqualifikation dranhängen. Alternativ kannst du dich aber auch für die Sport-Studiengänge Sportwissenschaften oder Sport und Gesundheit oder Sportpsychologie entscheiden. Diese sind als Bachelor- und Masterstudium aufgebaut und werden somit sowohl an privaten als auch staatlichen Hochschulen angeboten. Außerdem verknüpfen alle drei Studiengänge die Bereiche Sport und Mensch auf ihre ganz eigene Weise.

Persönliche Anforderungen

Wenn du Sportmediziner werden möchtest, solltest du auch einige persönliche Voraussetzungen erfüllen, damit du das Studium erfolgreich gestalten und abschließen kannst. Zuerst einmal ist es wichtig, dass du Interesse an der Medizin hast. Keine Angst vor dem menschlichen Körper, Blut oder anderen unangenehmen Erscheinungen sind dabei die Grundvoraussetzung. Das Medizinstudium ist stressig, arbeitsintensiv und belastend, du solltest also über Durchhaltevermögen verfügen und diszipliniert sein. Außerdem sind Empathie und Kontaktfreudigkeit ebenfalls von großem Vorteil. Natürlich darf auch die Begeisterung für den Sport in diesem Studium nicht fehlen.

Dauer und Verlauf

Das klassische Medizinstudium ist mit einer Regelstudienzeit von zwölf Semestern aufgebaut. In diesen sechs Jahren durchläufst du die drei großen Blöcke des Medizinstudiums.

Der erste Vorklinik-Teil umfasst zwei Jahre (vier Semester). Du beendest diese Phase des Medizinstudiums mit dem ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung, dem sogenannten Physikum. Der Klinik-Block dauert als zweiter Abschnitt des Studiums drei Jahre und geht vom fünften bis zum zehnten Semester. Zum Abschluss findet die zweite ärztliche Prüfung statt, die unter den Studierenden auch als Hammerexamen bezeichnet wird. Das praktische Jahr umfasst die letzten beiden Semester und endet mit einer mündlichen Prüfung. Mit erfolgreichem Abschluss des Medizinstudiums erhalten die Mediziner schließlich die Approbation und dürfen sich Arzt nennen.

Im Anschluss an das Medizinstudium kann dann die Zusatzqualifikation zum Sportmediziner erfolgen. Diese beinhaltet 240 Weiterbildungsstunden und 120 Stunden sportärztliche Tätigkeit in einem Verein. Die abschließende Prüfung zum Sportmediziner erfolgt über die zuständige Landesärztekammer.

Studienformen

Wenn du Sportmedizin studieren willst, musst du zuerst ein klassisches Medizinstudium absolvieren. Dieses wird immer noch als Vollzeitstudium angeboten. Ein Medizinstudium ist zeitintensiv, lernaufwendig, stressig und durch viele praktische Phasen (zum Beispiel das Praxisjahr im Krankenhaus) gekennzeichnet. Ziel des Studiums ist natürlich die Zulassung als praktizierender Arzt.

Aus diesem Grund handelt es sich dabei um einen Studiengang, den man nicht neben einer bereits bestehenden Berufstätigkeit ausüben kann. Ein Fernstudium kommt gar nicht erst in Frage. Daher kannst du Sportmedizin nur über den klassischen Weg eines Vollzeitstudiums studieren.

Karriere nach dem Sportmedizin Studium

Als Arzt stehen dir viele verschiedene Karrierewege offen. Du kannst dich nach deiner Approbation mit einer eigenen Praxis selbstständig machen, in einer Klinik oder einem Krankenhaus arbeiten oder vor allen Dingen als Sportmediziner für einen Verein, einen Verband oder Einzelpersonen tätig sein. Dabei kannst du deine Arbeit von der medizinischen Betreuung von Profisportlern über die Versorgung von Reha-Patienten bis hin zur Behandlung von alltäglichen Sportverletzungen ausrichten.

Wichtig ist es in jedem Fall, dass du dich für eine spezielle Fachrichtung, also einen sogenannten Facharzt, entscheidest. Damit gibst du deiner Tätigkeit bereits frühzeitig eine gewisse Ausrichtung vor. Typische Schwerpunktbereiche sind Orthopädie, Chirurgie, Herzgruppenbetreuung, Sportmediziner für Kinder und Jugendliche oder Therapietätigkeiten. Als Facharzt und Sportmediziner stehen dir dann unterschiedliche Karrieremöglichkeiten offen.

Gehalt

Es ist immer schwierig verbindliche Angaben zum Thema Gehalt zu machen. In jeder Branche spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, wenn es um die Bestimmung des Einkommens geht. Dies ist auch in der Medizin der Fall. So wirken sich deine Berufserfahrung, dein Wohnort und die Art deiner ärztlichen Anstellung (eigene Praxis, angestellt im Krankenhaus bzw. einer Klinik) und deine Facharzt-Spezialisierung auf das Gehalt aus.

Allgemein gehört die Berufsgruppe der Ärzte in Deutschland zu den besser verdienenden Arbeitsfeldern. Als Arzt kannst du im Durchschnitt mit einem monatlichen Einkommen von ca. 5.500 Euro rechnen. Als Sportmediziner kannst du von einem Einstiegsgehalt zwischen 3.000 und 5.000 Euro im Monat ausgehen.

Ein selbständiger Arzt mit eigener Praxis wird zu Beginn etwas weniger verdienen, als ein Sportmediziner, der zum Beispiel in einer Reha-Klinik angestellt ist. Das Gehalt in einem Krankenhaus oder einer Klinik ist allerdings ebenfalls an einen Tarifvertrag geknüpft. Dieser ermöglicht dir verschiedene Entgeltgruppen, sodass du nach deinem Berufseinstieg immer noch Luft nach oben hast.

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Kommentare

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July 2018

Nathan Rober

Welche ist die Anlaufstelle, wenn man bei dieser Weiterbildung ,nach dem Medizinstudium, hospitieren möchte?

July 2018

Antwort von: Katrin

Hallo Nathan,

bitte wende dich dirakt an die Studienberatung, um die gewünschte Information zu erhalten.

Viel Erfolg und beste Grüße

Katrin vom Team Sport-studieren.de

June 2018

Emilia

Welche Sportarten dürfen den zu den 120 Stunden gezählt werden? Zählt Reiten, Segeln, Golf und verschiedene Kampfsportarten? Oder nur die klassischen wie Fußball, Tennis und Basketball?

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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