Sporteignungsprüfung: Vorbereitungstipps

Ausreichende Vorbereitung ist das A und O, wenn es um die erfolgreiche Teilnahme am Sporteignungstest geht. Das zeigt die Erfahrung der bisherigen Teilnehmer - denn in der Regel haben nur die, die wissen, was auf sie zukommt und sich dementsprechend vorbereitet haben, auch die Chance auf einen erfolgreichen Prüfungstag. Wir haben Sportstudenten zu ihren Erfahrungen befragt und viele Tipps für die optimale Vorbereitung gesammelt.

Egal, an welcher Uni du dich bewirbst: Es gibt ein paar grundlegende Dinge, die du für die Sporteignungsprüfung auf jeden Fall beachten solltest. Im Folgenden haben wir alle wichtigen Tipps und Hinweise für dich zusammengetragen – von einer Packliste bis zu hin den besten Tricks der Sportpsychologen.

Logischerweise ist die körperliche, also quasi sportliche Vorbereitung das Wichtigste, um die Sporteingangsprüfung (auch "sportpraktischer Test" genannt) zu bestehen. Du solltest deinen eigenen Leistungsstand genau kennen, um ruhig und konzentriert die Disziplinen anzugehen. Allerdings sind die Sporteingangsprüfungen von Uni zu Uni sehr unterschiedlich - daher ist die vorherige Recherche der Anforderungen sehr wichtig. Und am Prüfungstag selber braucht man die richtigen Sachen in der Sporttasche - von der Ernährung bis zu Handtüchern.

Wusstest du, dass...

... sich Frauen durchschnittlich zehn Mal eher beim Sport verletzen als Männer?

... seit dem Beginn der olympischen Spiele 1896 haben nur die Länder Griechenland und Australien bei jedem Spiel teilgenommen?

... die olympischen Badminton Regeln besagen, dass der Federball exakt 14 Federn haben muss?

So bereitest du dich auf die Sporteignungsprüfung vor

Tipps von Sportstudenten

Wir haben diejenigen gefragt, die es wissen sollten, denn sie haben den Sporteignungstest schon bestanden: Sportstudenten. Hier sind ihre Tipps:

  • Kim, Studentin Sportwissenschaft an der Uni Stuttgart

    Bei der Sporteingangsprüfung kommt es immer ganz darauf an, wie sportlich und „allround-talentiert“ man ist und vor allem auch, aus welcher Sportart man kommt. Aber in der Regel werden Vorbereitungskurse an der jeweiligen Universität angeboten.

    Im Allgemeinen kann man sagen, dass 6-8 Wochen Vorbereitung völlig normal sind. Spezielle Empfehlungen für das Training sind das Trainieren für Grundlagenausdauer und Beweglichkeit, aber natürlich auch das Üben der einzelnen Sportarten.

  • Damian, Student Sportwissenschaften an der Sporthochschule Köln

    Je nachdem, wie sportlich man bereits ist (Motorik-, Koordination- und Ausdauerfähigkeit), ist die Eignungsprüfung machbar; aber nicht ohne Vorbereitung!

    Ich würde empfehlen, sich ca. 6-12 Monate auf die 20 Leistungsnachweise vorzubereiten und hart zu trainieren, um sicherzugehen, die Prüfungen zu bestehen. Schwimm- und Turnfähigkeit ist oft ein Problem bei den männlichen Kandidaten, bei Frauen ist es eher die Ausdauerfähigkeit. Die meisten anderen Disziplinen kann man sich aus den verschiedenen Bereichen aussuchen, jedoch nicht den Stundenplan am Tag der Eignungsprüfung. Wichtig ist, fit zu sein und einen kühlen Kopf zu bewahren!

  • Jule, Studentin Sportwissenschaften an der Uni Bielefeld

    Die Sporteignungsprüfung sollte man auf gar keinen Fall unterschätzen. Selbst die besten Sportler haben da in der einen oder anderen Prüfung schon ihre Probleme gehabt.

    So pauschal kann man nicht sagen, wie lange man sich darauf vorbereiten sollte, da es davon abhängig ist, wie viele Defizite vorhanden sind. Man sollte sich auf jeden Fall mind. 3 Monate vorher damit beschäftigen, was die genauen Anforderungen sind und alles vorher trainieren.

    Tipps kann man sich zum Beispiel von Sportlehrern holen, wenn man sich nicht sicher ist, was die genauen Anforderungen sind. Auch in Sportvereinen kann man nachfragen, wenn man mit einzelnen Disziplinen nicht zu Recht kommen sollte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor allem das Turnen eine große Hürde darstellt und man sich da besonders gut drauf vorbereiten muss.

  • Kay, Absolvent Sportwissenschaften an der Uni München

    Das ist schwer zu sagen. Jeder ist natürlich unterschiedlich fit und hat unterschiedliche Stärken und Schwächen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, kann man sich auf der Internetseite der jeweiligen Uni deren Anforderungsprofil, mit den Ausschlusszeiten ansehen. Am besten einfach mal ausprobieren oder Zeiten stoppen, dann weiß man direkt, wo man noch etwas tun muss.

    Besonders wichtig, um auch den ganzen Tag des Tests zu schaffen, ist eine gute Grundausdauer, die nochmals beim Schwimmen und 3.000m Lauf gefragt ist, da diese Disziplinen bestanden werden müssen. Jedoch wird der so genannte Sprunggürteltest bei uns an der Uni München am häufigsten unterschätzt!

Viele weitere Tipps

Um etwas konkreter zu werden, haben wir weiter recherchiert und Gespräche geführt. Das hier sind unsere Tipps für die körperliche, psychische und inhaltliche Vorbereitung.

Körperliche Vorbereitung

Der wichtigste Teil der Vorbereitung ist natürlich das Training, denn hier eignest du dir die notwendige Kraft, die Ausdauer und die koordinatorischen Fähigkeiten an, die zum Bestehen der Sporteignungsprüfung unbedingt notwendig sind.

Trainingsplan erstellen

Auch wenn du bereits regelmäßig Sport treibst und dir in punkto Kraft und Ausdauer einiges zutraust, solltest du das Training nicht auf die leichte Schulter nehmen und genügend Vorbereitungszeit einplanen. Das gilt besonders dann, wenn du einige der Prüfungssportarten von Grund auf neu lernen musst. Oder hast du schonmal Rola-Bola trainiert (Leuphana Uni) oder kannst gut jonglieren (Uni Hamburg)?

Professionelle Trainingsinstitute empfehlen einen Zeitraum von bis zu einem halben Jahr vor der eigentlichen Prüfung, denn so lange kann es dauern, bis sich das Leistungsniveau stabilisiert hat. Du solltest außerdem eine gewisse Kulanzzeit einplanen, falls etwas mal nicht so läuft wie geplant. Ein Trainingsplan ist bei der Vorbereitung eine gute Hilfestellung; hier kannst du unter Berücksichtigung deiner individuellen Voraussetzungen genau festlegen, mit welchen Übungen und Trainingseinheiten du dein Ziel am besten erreichen kannst und zu welchen festgelegten Zeiten du am besten trainierst.

Optimalerweise beinhaltet dein Plan dabei aber auch immer wieder Ruhetage, die deinen Muskeln und Nerven die Möglichkeit zur notwendigen Regeneration geben.

Berücksichtige beim Erstellen deines Trainingsplans, dass es in der Prüfung nicht nur um Kraft und Ausdauer, sondern auch um Koordination und Technik geht. Nimm dir deswegen ausreichend Zeit, um die verschieden Bewegungsabläufe und Techniken zu erlernen und zu trainieren. Viele der Bewerber scheitern in der Prüfung nicht an ihrer mangenden Kraft, sondern an ihren fehlenden technischen Fähigkeiten. Ein gutes Beispiel ist das Kugelstoßen: Hier kommen zwar viele der Teilnehmer auf die geforderte Weite, werfen die Kugel aber mehr, als dass sie sie stoßen – und bestehen die Disziplin dementsprechend nicht.

Gemeinsam trainieren

Versuche, zusammen mit einem Freund oder einem Trainingspartner zu üben. Das ist nicht nur gut für deine Motivation, sondern auch praktisch, denn dein Partner kann deine Zeiten und Werte messen, deine Technik analysieren und Verbesserungsvorschläge machen. Im besten Fall hat er ebenfalls sportliches Fachwissen oder bereitet sich sogar auf denselben Test vor wie du.

Mannschaftssportarten oder Disziplinen mit einem hohen technischen Anspruch wie Badminton, lassen sich hingegen am besten in einem entsprechenden Verein trainieren. Hier kannst du die Hilfe von Trainern in Anspruch nehmen und gemeinsam mit erfahrenen Sportlern trainieren.

Richtige Ernährung

Deine Ernährung kann in der Vorbereitungszeit ein wichtiger unterstützender Faktor sein. Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln, Haferflocken oder Vollkornprodukte sorgen für gute gefüllte Kohlehydratspeicher und damit für viel direkt abrufbare Energie während des Trainings. Proteinhaltige Lebensmittel wie Hülsenfrüchte oder Fleisch fördern hingegen den Aufbau von Muskeln. Als Getränke eignen sich am besten stilles Wasser, isotonische Drinks oder Fruchtsäfte ohne künstlichen Zuckerzusatz.

Inhaltliche Vorbereitung

Wer sich im Vorfeld auch inhaltlich vorbereitet, weiß genau, was auf ihn zukommt und wird gegenüber seinen Mitbewerbern Vorteile haben.

Zeitlichen Ablauf der Prüfung kennen

Um sich zielgerichtet vorbereiten zu können, sollte man eine ungefähre Ahnung vom Ablauf des Sporteignungstests haben. Die Prüfung beginnt in der Regel zwischen 7.30 Uhr und 8.00 Uhr und dauert bis 17.00 Uhr oder 18.00 Uhr. Die meisten Hochschulen veröffentlichen einige Wochen vor dem eigentlichen Test einen genauen Ablaufplan oder versenden diesen per Mail an die Teilnehmer.

Generell folgt der Ablauf immer dem gleichen Prinzip: Nachdem du an der Hochschule angekommen bist und dich mit deinen Unterlagen zur Prüfung angemeldet hast, gibt es erst einmal eine kurze Ansprache durch einen der Verantwortlichen. Danach werden die Bewerber in Gruppen oder sogenannte Riegen eingeteilt, welche die Disziplinen dann in unterschiedlichen Reihenfolgen absolvieren. Der Ausdauerlauf steht meist am Ende der Prüfung und schließt diese ab.

Spielregeln und Zählmethoden kennen

Wer eine Sportart erfolgreich ausüben will, der sollte natürlich auch das entsprechende Regelwerk kennen. Denn die Prüfer des Sporteignungstest achten natürlich nicht nur auf Kraft und Geschicklichkeit, sondern auch darauf, ob sich der Sportler an die gegebenen Vorgaben hält. Wenn beim Schwimmen zum Beispiel die Beinbewegung entsprechend des internationalen Regelwerks gefragt ist, so sollten die Kandidaten wissen, was damit gemeint ist.

Gleiches gilt vor allem auch für Sportarten wie Handball, Fußball, Badminton oder Basketball. Hier wird sogenanntes „regelgerechtes Spielverhalten“ gefordert, dessen Nicht-Beachtung schnell zu der Bewertung „Nicht bestanden“ führen kann. Informationen zu den Regeln aller möglichen Sportarten findest du entweder in der Fachliteratur, dem Internet oder bei einem qualifizierten Trainer deiner Wahl.

Psychische Vorbereitung

Der lange Tag der Sporteignungsprüfung zehrt nicht nur an den physischen Kräften, sondern auch an den Nerven. Vielen Bewerbern steht ihre Nervosität dabei stärker im Weg als die fehlende Muskelmasse. Doch auch hier gibt es Mittel und Wege, um zu trainieren und sich vorzubereiten.

  1. Habe beim Training stets dein Ziel vor Augen. Das hilft gegen eventuell auftretende Motivationstiefs. Am besten funktionieren positiv besetzte Wörter, Sätze oder Bilder (zum Beispiel: „Ich werde Sport studieren“ oder die Vorstellung, wie du dich nach der erfolgreich bestandenen Prüfung an deiner Wunschuni immatrikulierst), die du während des Trainings immer wieder abrufen kannst.
  2. Spiele den optimalen Verlauf der Prüfungssituation in deinem Kopf immer und immer wieder wie eine Art Drehbuch durch und wiederhole den Prozess so lange, bis sich der Ablauf automatisiert hat. Hast du den optimalen Ablauf einmal verinnerlicht, kannst du ihn unmittelbar vor der eigentlichen Prüfungssituation abspielen. Das gibt dir Sicherheit bei der Durchführung und hilft gegen Nervosität.
  3. Natürlich läuft nicht immer alles optimal. Überlege dir deswegen im Vorhinein, was schief gehen könnte und lege dir entsprechend alternative Strategien zurecht. So erwischt dich eine unvorteilhafte Situation nicht auf dem kalten Fuß und du hast direkt eine entsprechende Reaktion parat.
  4. Lerne eine Entspannungstechnik, die du sowohl vor der Prüfung als auch in den Pausen zwischen den einzelnen Disziplinen anwenden kannst. Hierfür eignen sich zum Beispiel Atemtechniken oder die progressive Muskelentspannung sehr gut, denn die können überall und ohne großen Aufwand oder Materialeinsatz durchgeführt werden.
  5. Der Umgang mit Stress und Nervosität ist auch eine Frage der geistigen Haltung. Du solltest versuchen, Stress nicht als Bedrohung, sondern als eine Herausforderung anzusehen. So wird nicht deine Angst, sondern vielmehr dein Ehrgeiz stimuliert.
  6. Nutze die Pausen zur effektiven Entspannung. Körper und Geist brauchen Regenerationsphasen, um anschließend wieder volle Leistung zu bringen. Höre in den Pausen zum Beispiel Musik oder wende einer der oben genannten Entspannungstechniken an. Mach dich nicht verrückt, wenn eine Pause länger dauert als vorgesehen, sondern bereite dich geistig am besten schon mal auf die nächste Disziplin vor, in dem du dich aufwärmst und den Ablauf im Kopf durchspielst (siehe Punkt 2).
  7. Versuche, im Moment zu bleiben und beschäftige dich nicht mit bereits vergangenen oder noch in der Zukunft liegenden Situationen. Beide kannst du in diesem Moment nicht (mehr) beeinflussen. Dieses Wissen hilft dir, deine Konzentration auf das hier und jetzt zu fokussieren.

Checkliste - Was sollte man mitnehmen?

Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen und der große Tag steht vor der Tür – was aber darf jetzt auf keinen Fall im Gepäck fehlen? Damit du nichts Wichtiges vergisst, haben wir im Folgenden eine umfassende Checkliste für dich zusammengestellt, die du am Tag der Prüfung auf jeden Fall dabei haben solltest.

Dokumente

  • Personalausweis
  • Passfoto
  • Ärztliche Bescheinigung (sollte nicht älter als drei Monate sein)
  • Je nach Hochschule müssen am Tag der Prüfung auch zusätzliche Qualifikationen wie z.B. ein DLRG Ausweis in Bronze vorgelegt werden.
  • Je nach Hochschule muss teilweise der Beleg über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs nachgewiesen werden

Equipment

  • Angemessene Sportkleidung; dazu gehört zum Beispiel ein Badeanzug statt eines Bikinis oder eine eng anliegende Badehose statt einer Shorts (enge Badekleidung bietet im Wasser weniger Widerstand und kann so wertvolle Sekunden einsparen. Beim Bikini besteht vor allem beim Kopfsprung vom Ein-Meter-Brett Rutschgefahr!) 
  • Ausreichend warme Kleidung zum Überziehen zwischen den Pausen verhindert das Auskühlen der Muskeln. Je nach Witterung auch an wetterfeste Kleidung oder Kopfbedeckung denken. 
  • Hallenschuhe und je nach gewählter Sportart ggf. Fußballschuhe, Spikes etc. 
  • Schwimmbrille und Badekappe (in der Regel erlaubt und definitiv sinnvoll) 
  • Handtuch und Badeschlappen 
  • Entsprechende Schläger für das Rückschlagspiel (Tennis, Badminton, Tischtennis…)
  • ggf. Sicherheitsnadeln für die Befestigung einer Startnummer

Snacks

Da die Prüfung fast den ganzen Tag dauert, ist es sehr wichtig, die richtigen Lebensmittel mitzunehmen. Statt Traubenzucker, welches das Blutzuckerlevel nur kurzfristig steigert, sind zum Beispiel Obst wie Bannen und Äpfel oder auch Vollkornbrot und Müsliriegel langfristige Energielieferanten. Du solltest unbedingt auch darauf achten, ausreichend Wasser (am besten ohne Kohlesäure) und/oder isotonische Getränke im Gepäck zu haben.

Je nach Hochschule können auch noch andere Sachen wichtig sein. Einige verlangen außerdem den Versand von Unterlagen wie dem ärztlichen Attest oder dem Passfoto im Voraus. Informiere dich deswegen rechtzeitig vor dem Eignungstest immer noch einmal auf der Homepage deiner Universität.

Und zu guter Letzt…

Keine Panik - auch wenn die hohen Durchfallquoten dazu verleiten mögen! Erfolgreiche Absolventen berichten immer wieder, dass viele der Bewerber, die die Prüfung nicht bestehen, oft nicht ausreichend vorbereitet sind, in Freizeitkleidung erscheinen und einige der gefragten Disziplinen gar nicht kennen.

Eine gute Vorbereitung ist natürlich keine Garantie, aber mit den obenstehenden Tipps und einem ausreichenden Training hast du gute Chancen, die Sporteignungsprüfung zu bestehen und einen der begehrten Studienplätze zu ergattern.

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