MBA-Special:

Experteninterview MBA Sportmanagement – Prof. Dr. Woratschek (Uni Bayreuth)

Die Universität Bayreuth war in den 1980er Jahren die erste Hochschule, die mit dem Diplom-Studiengang „Sportökonomie“ auf die sich verändernden Anforderungen für Sportmanager einging. Mittlerweile ist der Diplom-Studiengang in das zweigliedrige Bachelor-Master-System überführt worden und wird als Bachelor und Master of Science angeboten. Zudem hat die Universität Bayreuth den Studiengang „Sportmanagement“ als berufsbegleitenden MBA-Studiengang in ihr Angebot aufgenommen.

Über diesen Studiengang wollten wir für dieses MBA-Special mehr erfahren. Prof. Dr. Herbert Woratschek, Leiter des Studiengangs MBA Sportmanagement und Inhaber des Lehrstuhls für Dienstleistungsmanagement der Universität Bayreuth, hat sich dankenswerterweise die Zeit für ein Interview zum MBA Studium sowie den heutigen Herausforderungen und Berufsaussichten für Sportmanager genommen. 

Im Interview findest du sehr interessante Informationen direkt aus erster Hand. Sicherlich eine gute Hilfestellung bei der Orientierung rund um einen MBA Sportmanagement.

Sehr geehrter Herr Prof. Woratschek, Sportgroßereignisse wie Olympia sorgen immer wieder für neue Rekordmeldungen bei den Veranstaltern. Wie erklären Sie sich diese zunehmende gesellschaftliche Begeisterung für Sport?

Die neuen Medien erleichtern den Austausch über den Sport bzw. ermöglichen einen stärken Austausch. Kein Wunder, dass die Begeisterung für den Sport zunimmt.

Seit der Antike sind die Menschen an sportlichen Höchstleistungen interessiert. Man braucht nur an die Olympische Idee zu denken.

Warum das so ist? Sport ist ein ideales Gesprächsthema im gesellschaftlichen Kontext. Der Sport bringt Menschen näher zusammen und zwar sowohl im Spitzen- als auch im Breitensport. Die arbeitsteilige Welt von heute bietet den Menschen einerseits mehr zeitliche Flexibilität, sich u.a. dem Sport zu widmen, aber auch ein schärferes Bewusstsein für körperliche Betätigung zu entwickeln.

Andererseits empfinden die Menschen durch den ständig zunehmenden Wettbewerb mehr Stress im Alltag. Der Stress sucht nach einem Ventil, den Dampf abzulassen und durch gemeinsame Erlebnisse dem Alltag zu entfliehen. Die neuen Medien erleichtern den Austausch über den Sport bzw. ermöglichen einen stärken Austausch. Kein Wunder, dass die Begeisterung für den Sport zunimmt.

Sicherlich ändern sich mit dieser größeren Reichweite auch die Anforderungen für Sportmanager. Worauf kommt es heute an? Worauf achten Firmen der Sportbranche, wenn sie neue Mitarbeiter einstellen?

Zusammengefasst brauchen die Unternehmen Mitarbeiter, die betriebswirtschaftliche, rechtliche und sportbezogene Kenntnisse haben.

Ein zentraler Punkt bei der Mitarbeitergewinnung ist die Frage, ob die Bewerber sich wirklich mit den Besonderheiten der Sportbranche auskennen. Es gibt eine ganze Reihe von Besonderheiten, die dazu führen, dass traditionelle Managementansätze nur begrenzt wirksam sind.

Lassen Sie mich das an einem kleinen Beispiel erläutern: Ein großer Automobilhersteller hat nichts dagegen, wenn seine größten Wettbewerber vom Markt verschwinden. Dies bedeutet lediglich, dass die Marktanteile unter den verbliebenen Herstellern neu verteilt werden und er vermutlich den Löwenanteil erhält.

Ein Sportteam, das seine stärksten Gegner verliert, kann keinen attraktiven Wettkampf mehr anbieten, wird damit für Zuschauer unattraktiv und in der Folge auch für seine Sponsoren.

Sportmanager müssen derartige Besonderheiten kennen und wissen, wie sie damit umgehen. Zusammengefasst brauchen die Unternehmen Mitarbeiter, die betriebswirtschaftliche, rechtliche und sportbezogene Kenntnisse haben. Das zeigt uns auch immer wieder unsere jährlich stattfindende Feedbackrunde mit dem wirtschaftlichen Beirat der Bayreuther Sportökonomie.

Wie haben sich in den letzten Jahren die Job- und Karrierechancen für Akademiker entwickelt? Und wie werden sich diese in der Zukunft entwickeln?

Auf Vereins- und Verbandsebene stehen Absolventen oft in Konkurrenz zu den Mitgliedern und insbesondere Sportlern.

Der Bedarf an sehr gut ausgebildeten Akademikern ist stetig gewachsen. Gespräche in der Branche zeigen mir zudem, dass wir hier noch einiges an Entwicklung in der Zukunft erwarten dürfen. Der Grund dafür liegt in der steigenden Komplexität der Aufgaben und dem weiter steigenden Professionalisierungsgrad in der Sportbranche.

Der Wettbewerb um die Stellen ist gleichzeitig sehr hart. Auf Vereins- und Verbandsebene stehen Absolventen oft in Konkurrenz zu den Mitgliedern und insbesondere den Sportlern, die oft nach der sportlichen Karriere in das Vereins- oder Verbandsmanagement aufrücken möchten.

Eine sehr gute Ausbildung und ein gutes Netzwerk bringen hier klare Vorteile.

Mit dem MBA in Sportmanagement bietet die Universität Bayreuth ein berufsbegleitendes Studienprogramm an, das laut Eigenaussage den „Weg für eine erfolgreiche Karriere im Sportbusiness“ ebnet. Wie manifestiert sich dieser Anspruch im Studium?

Wir haben einen Karriereberater, der bei allen Karrierefragen zur Verfügung steht – auch über das Studium hinaus.

Zum einen erfüllen wir mit der Ausbildung natürlich die Anforderungen der Branche. Dazu gehört auch der hohe Praxisbezug.

Für uns in Bayreuth kommt aber noch hinzu, dass wir die Studierenden in das Netzwerk der Bayreuther Sportökonomie einführen. Das ist ein Netzwerk aus über 1000 Absolventen. Viele von den Absolventen arbeiten an zentraler Stelle in der Sportökonomie. Das wirklich entscheidende im MBA Sportmanagement ist aus meiner Sicht aber, dass wir uns individuell um jeden Studierenden kümmern. MBA Studierende kommen mit ganz unterschiedlichen Vorqualifikationen zum Studium. Unser Job ist es, ihnen bei ihrer Karriere im Sportmanagement zu helfen. Das geht nur, wenn wir uns Zeit für jeden einzelnen Studierenden nehmen. Die Betreuung muss daher weit über die Lehrveranstaltungen hinausgehen.

Wir nehmen uns z.B. in der Studiengangleitung viel Zeit für Gespräche mit den Studierenden. Gleichzeitig haben wir einen Karriereberater, der bei allen Karrierefragen zur Verfügung steht – auch über das Studium hinaus. So sind wir insgesamt nah an den Studierenden und ihrer Entwicklung.

Die Universität Bayreuth bietet ja auch einen Bachelor- und Master-Studiengang Sportökonomie an. Inwiefern unterscheidet sich der MBA in Sportmanagement vom Master of Science?

Der MBA Sportmanagement verzichtet auf sportwissenschaftliche Fächer und legt einen stärkeren Schwerpunkt auf BWL, Sportmanagement und Recht.

Der Hauptunterschied des Studiengangs Sportökonomie, sowohl als Bachelor- als auch als Masterstudiengang, liegt in der Ausbildung im Bereich Sportwissenschaften.

Hier werden neben Betriebswirtschaftslehre und Recht die sportwissenschaftlichen Fächer Trainings-, Bewegungswissenschaft, Sportmedizin, Sportphysiologie, Sportpädagogik, Sportpsychologie sowie Didaktik und Methodik der Sportarten unterrichtet. Dabei baut der Masterstudiengang konsekutiv auf dem Bachelorstudiengang auf.

Der MBA Sportmanagement verzichtet auf die sportwissenschaftlichen Fächer und legt einen stärkeren Schwerpunkt auf Betriebswirtschaftslehre, Sportmanagement und Recht, sodass es hier eine klare inhaltliche Abgrenzung gibt.

Unsere letzte Frage: Für wen ist ein Studium im Bereich Sport eigentlich geeignet? Und wem raten Sie dazu, einen entsprechenden MBA als Zusatzqualifikation zu absolvieren?

Der MBA richtet sich zum einen an Quereinsteiger, zum anderen auch an Personen, die bereits ein entsprechendes Erststudium absolviert haben oder in der Sportbranche arbeiten.

Grundsätzlich ist ein Studium im Bereich Sport für alle geeignet, die sich in der Sportbranche eine berufliche Zukunft aufbauen möchten.

Da der MBA Sportmanagement als berufsbegleitender Weiterbildungsstudiengang angeboten wird, richtet er sich in erster Linie an Akademiker mit einem ersten Studienabschluss in Fächern, die nicht von Beginn an auf Sportökonomie bzw. Sportmanagement spezialisiert sind, wie Jura, Betriebswirtschaftslehre, Sport, Technik, Medien, Volkswirtschaftslehre etc., d.h. an Menschen, die sich in Richtung Sportmanagement besser qualifizieren wollen.

Der MBA richtet sich damit zum einen an Quereinsteiger, die das notwendige Wissen hierfür schnell und auf hohem Niveau erlernen können. Zum anderen richtet sich der MBA aber auch an Personen, die bereits ein entsprechendes Erststudium absolviert haben oder in der Sportbranche arbeiten.

Unser individuelles Betreuungskonzept stellt sicher, dass alle Studierenden sich optimal entwickeln können. So sind unter den Studierenden auch nicht nur Sportwissenschaftler zu finden, sondern auch Betriebswirtschaftler, Volkswirte, Juristen, Lehrer und vor allem auch Sportler, die schon einen Bachelorabschluss haben.

Man sollte sich für den MBA Sportmanagement entscheiden, wenn die Sportbranche das Ziel der beruflichen Karriereplanung darstellt. 

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