Weiterbildung Fitnessfachwirt (IHK)

Je stärker Themen wie Fitness und Gesundheit ins öffentliche Bewusstsein rücken, desto höher ist auch die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten. Eine Studie der Universität Mainz ergab, dass jeder zweite Deutsche regelmäßig sportlich tätig ist – viele davon in Fitnessclubs oder medizinisch-sportlichen Einrichtungen. Diese benötigen dementsprechend qualifiziertes Personal, das sich nicht nur mit den sportlichen Aspekten des Berufs auskennt, sondern auch betriebswirtschaftliche und kaufmännische Kompetenzen mitbringt. Hier erfährst du alles, was du zur Weiterbildung Fitnessfachwirt (IHK) wissen musst – von den Voraussetzungen über alle Lehrgänge bis zu Karriere und Gehalt.

Eine Möglichkeit, um sich im Fitness-Bereich zu qualifizieren, ist der öffentlich-rechtliche Fortbildungsabschluss Fitnessfachwirt (IHK), der Elemente des praktischen Trainings mit Inhalten des Managements und des Marketings verbindet. Ziel ist es dabei, die Absolventen auf eine leitende Funktion in Fitnesseinrichtungen wie Studios, Hotels und Rehabilitationszentren vorzubereiten. Die Fortbildung besteht grundsätzlich aus einem vorbereitendem Lehrgang und einer darauf folgenden Prüfung, die direkt vor der Industrie- und Handelskammer absolviert wird.

Wusstest du, dass...

... die Stiftung Warentest über die Fitnessfachwirt-Weiterbildung berichtet hat? Die Tipps der Stiftung findest du weiter unten auf dieser Seite.

... in Deutschland rund 8,6 Millionen Menschen in einem Fitnessstudio angemeldet sind?

... Fitness das am schnellsten wachsende Sportsegment in Deutschland ist?

Alles zur Weiterbildung als Fitnessfachwirt (IHK)

Weiterbildung Fitnessfachwirt: Verlauf & Inhalte

Fitnessfachwirte arbeiten sowohl in beratender und anleitender Funktion im direkten Kundenkontakt, aber auch „hinter den Kulissen“ im Office-Management und Marketing. Die Weiterbildung besteht deswegen aus zwei übergeordneten thematischen Bereichen: den betriebswirtschaftlich-kaufmännischen und den medizinisch-sportwissenschaftlichen Inhalten. Entsprechende Module sind zum Beispiel:

  • Betriebswirtschaftslehre
  • Qualitätsmanagement
  • Fitnessmarketing
  • Anatomie
  • Physiologie
  • Personalmanagement
  • Controlling
  • Servicemanagement
  • Gerätehandling
  • Ernährungsanalyse
  • Marktanalyse
  • Projektmanagement

Im praktischen Teil der Weiterbildung geht es vor allem darum, die theoretisch erlernten sportwissenschaftlichen Inhalte in der Praxis anzuwenden und Erfahrung im Umgang mit den verschiedenen Geräten zum Kraft- und Ausdauertraining zu gewinnen. 

Voraussetzungen

Im Falle einer IHK-geprüften Weiterbildung müssen die Bewerber zwei unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen beachten. Dies sind zum einen die Kriterien des Bildungsanbieters, bei welchem der Vorbereitungslehrgang (z.B. als Fernstudium) absolviert wird, zum anderen die Qualifikationen, welche die Industrie- und Handelskammer für die Zulassung zur Prüfung voraussetzt. Um an der IHK-Prüfung teilzunehmen, muss man übrigens nicht zwingend an einem Lehrgang teilnehmen. Da diese aber als sehr anspruchsvoll gilt, empfiehlt sich die Teilnahme an einem professionellen Vorbereitungskurs aber auf jeden Fall.

Voraussetzungen für Vorbereitungslehrgang (Fernstudium/ Präsenz)

Je nachdem, für welche Akademie oder welches Institut du dich bei der Wahl deines Lehrgangs entscheidest, gibt es in punkto Zulassung einige Variationen. So kann zum Beispiel ein Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung, die (Fach)Hochschulreife oder ein gewisses Maß an beruflicher Erfahrung verlangt werden.

Aufgrund der großen Unterschiede macht es Sinn, sich am besten bei der jeweiligen Hochschule selbst nach den entsprechenden Zulassungskriterien zu erkundigen.

Voraussetzungen der IHK

Während die Studienvoraussetzungen also bei den jeweiligen Lehrgangs-Anbietern recht uneinheitlich sind, gelten bei den Industrie- und Handelskammern bundesweit einheitliche Regelungen. Um zur Prüfung zum Fitnessfachwirt zugelassen zu werden, verlangt die IHK einen Nachweis über eine erfolgreich abgeschlossene, kaufmännische Berufsausbildung und eine mindestens zweijährige einschlägige Berufserfahrung. Alternativ berechtigt auch ein Hochschulabschluss als Sportlehrer inkl. einer zweijährigen Berufserfahrung und eine entsprechende berufliche Praxis zur Teilnahmen an der Prüfung.

Doch auch ohne kaufmännische und sportwissenschaftliche Vorbildung hat man die Möglichkeit, die Prüfung als Fitnessfachwirt abzulegen, wenn man alternativ einer der folgenden Qualifikationen vorweisen kann:

  • Eine abgeschlossene Ausbildung in einem verwaltenden Bereich und eine entsprechende, dreijährige Berufserfahrung
  • Eine Ausbildung als staatlich geprüfter Physiotherapeut, staatlich geprüfter Masseur oder staatlich geprüfter Gymnastiklehrer sowie eine mindestens dreijährige, einschlägige Berufspraxis 
  • Eine vergleichbare Qualifikation

Dauer und Ablauf

Um den Titel „Fitnessfachwirt IHK“ führen zu dürfen, müssen die Studierenden ein in der Regel zweistufiges Verfahren durchlaufen. Der erste Schritt ist dabei das Absolvieren eines entsprechenden Lehrgangs, welcher von unterschiedlichen Instituten und Akademien angeboten wird. Der zweite Schritt ist die öffentlich-rechtliche Prüfung, welche vor der jeweiligen Industrie- und Handelskammer selbst abgelegt wird.

Die Dauer des Lehrgangs kann sich dabei von Anbieter zu Anbieter unterscheiden, beträgt in der Regel aber ca. 18 Monate und wird als Fernstudium durchgeführt, in welchem sich Phasen des Selbststudiums mit einer festgelegten Anzahl an Präsenzveranstaltungen abwechseln. In letzteren werden auch die entsprechenden praktischen Trainingsinhalte vermittelt, so dass man nicht nur das für die Prüfung notwendige Wissen erwirbt, sondern auch eine Reihe von Lizenzen wie zum Beispiel die B-Lizenz „Fitnesstraining“, die A-Lizenz „Medizinisches Fitesstraining“ oder die B-Lizenz „Ernährungsberatung“.

Die im Anschluss an das Fitnessfachwirt Fernstudium stattfindende IHK-Prüfung gliedert sich in zwei rechtlich selbstständige Teile: Die handlungsübergreifenden Qualifikationen, in welchen vor allem kaufmännische und betriebswirtschaftliche Inhalte abgefragt werden, und die handlungsspezifischen Qualifikationen, in denen die sportwissenschaftlichen Inhalte geprüft werden. Erst nach dem Bestehen beider Prüfungsteile dürfen sich die Absolventen „Fitnessfachwirt IHK“ nennen.

Anerkennung

Bei einem IHK-Abschluss muss man sich keine Gedanken um die Wertigkeit machen, denn er ist staatlich anerkannt und hat auf dem Arbeitsmarkt einen hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad.

Bei den vorbereitenden Lehrgängen, die ja meist als Fitnessfachwirt Fernstudium angeboten werden, sollte man vor allem auf die ZFU-Zulassung achten, da die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht auf die Qualitätssicherung achtet.

Tipps der Stiftung Warentest zur Anbieterwahl:

  • Informieren Sie sich vor Beginn über die Inhalte der Prüfung und vergleichen Sie die Kursinhalte des Anbieters. Bei Differenzen sollten Sie beim Anbieter nachfragen, ob das in den Unterlagen nicht erwähnte Thema auch tatsächlich behandelt wird.
  • Ein Praktikum ist nicht bei allen Anbietern Pflicht. Praxis müssen Sie jedoch in der Prüfung nachweisen. Überlegen Sie, ob Sie das notwendige praktische Wissen mitbringen oder wie Sie es während der Fortbildung erwerben wollen.
  • Achten Sie vor der Anmeldung auf den korrekten Titel der Fortbildung. Aufgrund der Überlegung, die Abschlüsse Sport- und Fitnessfachwirt zusammenzuführen, bieten Anbieter in Einzelfällen bereits Kombinationen wie den Sport- und Fitnessfachwirt (IHK) an, den es so noch gar nicht gibt.
  • Schauen Sie sich möglichst vor der Anmeldung die Lehrräume, das Kursmaterial und - soweit vorhanden - das Fitnessstudio an.
  • Erkundigen Sie sich bei früheren Absolventen desselben Anbieters nach den Stärken und Schwächen des Kurses.

Quelle: test.de

Fitnessfachwirt (IHK): Berufsbild und Gehalt

Die Fitness- und Gesundheitsbranche ist ein wachsender Wirtschaftszweig, auf dem Bedarf nach qualifiziertem Fachpersonal besteht. Da ein IHK-Abschluss auf dem Arbeitsmarkt eine ähnliche Wertigkeit und Bekanntheitsgrad wie ein Meister hat, stehen die beruflichen Chancen für Absolventen gut.

Fitnessfachwirte findet man in Sporteinrichtungen vor allem in zwei Bereichen: Zum einen auf der Trainingsfläche, wo sie für die Betreuung und Anleitung der Kunden zuständig sind, zum anderen im Büro, wo sie Arbeitsabläufe koordinieren, Kosten kalkulieren und Strategien für Kundenbindung und Marketing entwickeln. Sie sind aber auch fürs Personalwesen, Marketing und Werbung, Aus- und Weiterbildung sowie diverse Aspekte des Managements und der Unternehmensführung zuständig. Mit etwas Berufserfahrung haben sie dementsprechend auch gute Chancen, zum Leiter eines Fitnessclubs oder einer ähnlichen Einrichtung zu werden.

Gehalt

Eine gute Weiterbildung ist durch die anfallenden Kosten zwar eine Investition, aber eine lohnende, da sie so gut wie immer auch zu einem höheren Einkommen führt. Das gilt besonders für öffentlich-rechtliche Abschlüsse wie z.B. denen der IHK.

Dennoch ist es schwierig, konkrete Aussagen zum Gehalt eines Fitnessfachwirts zu machen; zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle. So wird eine Anstellung im öffentlichen Dienst mit 3.000 bis 3.600 Euro im Monat eher gut bezahlt, während das Gehalt eines Fitnessstudioleiters stark von der Größe oder dem Prestige der Einrichtung abhängt. Die Einkommensspanne liegt hier eher im Bereich 1.500 bis 3.000 Euro monatlich.

Beispiele zum Fitnessfachwirt Gehalt

GeschlechtAlterBeruf/ BerufslebenArbeitszeit/ WocheBruttogehalt/ Monat
weiblich40Tätigkeit im Bereich Physiotherapie / Sporttherapie, kleines Studio39 Std.1.972 €
männlich34Teilzeit angestellt, Teilzeit Freelancer/ Personal Trainer42 Std.2.900 €
männlich37Leitung für 2 Studios39 Std.3.100 €
weiblich31Weiterbildung Fitnessfachwirt, mittleres Studio42 Std.1.842 €
männlich27Fitnesstrainer und Fitnessfachwirt45 Std.3.000 €

(Quelle: gehalt.de, eigene Recherchen)

Natürlich haben auch die erworbenen Lizenzen und die Berufserfahrung einen entscheidenden Einfluss auf das Gehalt. So verdienen Inhaber einer A-Lizenz meist mehr als die einer B-Lizenz des gleichen Fachbereichs. Auch Faktoren wie die Region oder die Größe der Stadt, in der man arbeitet, können sich auf den Lohn auswirken.

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