Das Motivationsschreiben

Was kann man in ein Motivationsschreiben einbringen und womit sollte man besser vorsichtig sein? Hier erhältst du Antworten, die wir aus einem Querschnitt eigener Erfahrungen und aus Berichten anderer Studenten zusammengetragen haben. So wird dein Motivationsschreiben ein echter Pluspunkt für deine Bewerbung!

Die Anforderungen an die einzureichenden Bewerbungsunterlagen für ein Sportstudium sind unterschiedlich. Es ist aber in der Regel sinnvoll, den Zeugnissen und Lebenslauf ein Motivationsschreiben beizufügen.

Manche Hochschulen verlangen das sogar in der Auflistung der geforderten Unterlagen ausdrücklich.

Bewirbst du dich bei einer FH oder privaten Hochschule für ein Sportstudium, kann es sein, dass du mit deiner Bewerbung ein Motivationsschreiben einreichen sollst. Das liegt in der Regel daran, dass keine Sporteignungsprüfung verlangt wird, weil die Studieninhalte im Sportbereich theoretisch angesiedelt sind, wie beispielsweise BWL beim Sportmanagement. Umso verständlicher ist es, dass die Hochschulen bei einer Vielzahl von eingehenden Bewerbungen eine Vorauswahl der Bewerber treffen müssen. Es ist auch gut möglich, dass du zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wirst.

Vorteile des Motivationsschreibens

Ein Motivationsschreiben bietet einen enormen Vorteil: Während deine Zeugnisse und dein Lebenslauf dein Leben nur in Noten und Zahlen ausdrücken, hast du mit einem Motivationsschreiben die Möglichkeit, das Bild von deiner Person um deine persönlichen Erfahrungen zu erweitern. Klar, du kannst gute Noten haben und deine Mitgliedschaft im Sportverein, deinen Trainerschein oder ähnliches aufzählen.

Aber so richtig punkten kannst du erst mit einer ausführlichen Darstellung deiner Motivation. Fällt dein Zeugnis nicht ganz so gut aus oder du hast Schwächen in einigen Fächern, kannst du das hier auch begründen. Im Motivationsschreiben lassen sich also auch scheinbare Widersprüche erklären: Warum Betriebswirtschaft mit diesen Noten?

Keine falsche Bescheidenheit

Es ist nicht unbedingt jedermanns Sache, sich mit den eigenen Stärken zu brüsten und ein Loblied auf sich selbst zu singen. Grundsätzlich aber gilt: Keine falsche Bescheidenheit! Wie bei der gesamten Bewerbung, geht es hier schließlich darum, sich ‒ im positiven Sinn ‒ zu verkaufen und sich gegenüber Mitbewerbern durchzusetzen. Ein arg prahlerischer Ton ist dennoch zu vermeiden, zumal dies den Eindruck „Nichts als heiße Luft“ vermitteln kann.

Wer aber sachlich und mit einem vernünftigen Maß an Selbsteinschätzung seine Fähigkeiten erläutert, kann mit einer positiven Resonanz rechnen, zumal Sportmanager/innen auch ein selbstsicheres Auftreten benötigen. Aber bloß keine Falschangaben machen: Sonst kann es spätestens im Aufnahmetest ein peinliches Erwachen geben, wenn z. B. die Englischkenntnisse doch nicht ganz so fließend sind, wie zuvor beschrieben.

Kenne den Studiengang

Dass du dich für Sport interessierst, reicht zur Begründung nicht aus. Der Inhalt des Schreibens ist vor allem die Antwort auf die Frage, warum man sicher ist, für diesen Studiengang wie geschaffen zu sein. Je umfassender dies mit den persönlichen Erfahrungen, Interessen und Fähigkeiten begründet wird, desto besser.

Dabei sollte auch herauszulesen sein, dass sich der Bewerber intensiv mit der konkreten Bildungseinrichtung und den Inhalten des dortigen Studiums auseinandergesetzt hat und genau weiß, was ihn erwartet. So können zwischen „Sportwissenschaft“ und „Sportmanagement“ Welten liegen. Selbst ein scheinbar identischer Studiengang kann je nach Hochschule verschiedene Vertiefungsmöglichkeiten bieten, etwa „Sportmedizin und Trainingswissenschaft“. Wer hier z. B. passende berufliche Schwerpunkte setzen möchte, hat noch einen guten Grund mehr, der in das Motivationssschreiben einfließen sollte.

Form und Sprache

Hinsichtlich der Form gibt es keine konkreten Vorgaben. Du solltest aber natürlich auf Struktur, gute Lesbarkeit, Rechtschreibung und Grammatik achten. Wer eine Ader für besonders gelungene Sätze hat, sollte auch die Fähigkeit bei dieser Gelegenheit ins Licht rücken ‒ Sprachgefühl ist im Studium immer ein Vorteil. Auch kommt die eigene Persönlichkeit durch das freie Formulieren besonders zum Ausdruck, daher sollte ein Motivationsschreiben grundsätzlich keine vorgefertigten Standardsätze enthalten.

Bei internationalen Studiengängen kann es sinnvoll oder gar erforderlich sein, das Schreiben in Englisch zu verfassen bzw. anschließend zu übersetzen. Hinsichtlich der Länge gilt: Weniger ist oft mehr. Anstatt sich zu wiederholen, sollten die wesentlichen Aussagen möglichst auf den Punkt gebracht werden. Länger als eine, höchstens zwei DIN A-4-Seiten sollte dieser Teil der Bewerbung nicht ausfallen.

Nach Anschreiben und Lebenslauf liegt das Motivationsschreiben bei den Unterlagen an dritter Stelle.

Hier findest du ein vorformuliertes Motivationsschreiben, an dem du dich orientieren und dir Inspiration holen kannst.

Zum Beispiel

Engagement zeigen!

Leg deiner Bewerbung auch ein Motivationsschreiben bei, selbst wenn es gar nicht verlangt wird. Aus Sicht der Hochschule oder eines Personalchefs ist es nämlich sehr schwierig bei ansonsten vergleichbar qualifizierten Bewerbern herauszufinden, wer den Studienplatz besonders verdient hat.

Es sagt bereits viel aus, ob jemand nur das Allernötigste einreicht oder sich zusätzlich bemüht, um den Studienplatz zu erhalten. Falls du dir unsicher bist, ob ein zusätzliches Motivationsschreiben doch nicht gut ankommt, kann es im Zweifelsfall aber auch nicht schaden, im Vorfeld einfach nachzufragen.

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