Junge Frau sitzt am Tisch und liest sich ihr Motivationsschreiben durch.
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Motivationsschreiben: Tipps

Um für ein Studium zugelassen zu werden, musst du dich zunächst um den Studienplatz bewerben. Je nach Studiengang gibt es neben den formalen Voraussetzungen wie Abi & Co., noch weitere Qualifikationen, die verlangt werden können. Diese können beispielsweise Nachweise über Fremdsprachenkenntnisse oder die erfolgreiche Teilnahme an Eignungstests sein. Häufig ist auch ein Motivationsschreiben ein wichtiger Teil deiner Bewerbung um einen Studienplatz. In einem Motivationsschreiben begründest du, warum du dich für ein bestimmtes Studium entschieden hast und was dich für den Studiengang qualifiziert.  

Das ist zwar eine kleine Herausforderung, andererseits kannst du so mit deiner Persönlichkeit punkten: Während Zeugnisse und dein Lebenslauf nur aus Zahlen und einigen Eckdaten bestehen, kannst du dich im Motivationsschreiben mit deinen Kenntnissen, Erfahrungen und Charaktereigenschaften ins rechte Licht rücken. Selbst scheinbare Schwächen wie zum Beispiel nicht ganz so gute Noten kannst du erklären und mit anderen Pluspunkten ausgleichen.  

Formaler Aufbau

Ein ordentlich strukturiertes Dokument macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Dazu gehören ein paar formale Kriterien, die sich kaum von einem Bewerbungsanschreiben unterscheiden, wie zum Beispiel der Briefkopf. Zudem hilft dir die Strukturierung, dein Motivationsschreiben inhaltlich zu gliedern.  

Auf diese Formalia solltest du achten:  

  • Briefkopf mit eigener Adresse und Adresse des Empfängers bzw. der Empfängerin
  • Angabe von Datum und Ort 
  • Betreffzeile (z. B. „Motivationsschreiben für den Studiengang XY“) 
  • (Möglichst) namentliche Anrede deines*deiner Ansprechpartner*in 
  • Fließtext durch Absätze mit passenden Zwischenüberschriften gliedern 
  • abschließende Grußformel („Mit freundlichen Grüßen“ oder „Mit freundlichem Gruß“) 
  • Umfang: ein bis höchstens zwei DIN A 4 Seiten  
     

Unser Tipp: Recherchiere für die Anrede deine*n direkte*n Ansprechpartner*in. Eine Anrede mit Namen kommt besser an als ein anonymes „Sehr geehrte Damen und Herren“. Falls aus den Infos auf der Website der Hochschule kein*e Adressat*in hervorgeht, erkundige dich im Studierendensekretariat der Fakultät!  

Junger Mann arbeitet in seinem Wohnzimmer und liest Dokumente.

Inhaltlicher Aufbau

Inhaltlich kannst du dein Motivationsschreiben in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedern.  
 
In der Einleitung besteht die Kunst darin, Interesse zu wecken und deine*n Leser*in zum Weiterlesen zu animieren. Verzichte dabei auf Floskeln und pauschale Aussagen, sondern überlege dir stattdessen, was dich konkret dazu bewegt hat, genau diesen Studiengang zu wählen.  

Lass dein Motivationsschreiben am besten von mindestens einer weiteren Person Korrektur lesen. Nicht nur, dass man selbst eigene Rechtschreibfehler und Flüchtigkeitsfehler schnell übersieht. Man selbst ist auch so drin im Thema, dass einem vielleicht komische Zusammenhänge nicht mehr auffallen. Freunde und Familienmitglieder können also mit etwas Abstand viel besser bewerten, ob deine Argumentation schlüssig und überzeugend ist und deine Persönlichkeit im Text erkennbar ist. 

Fokus auf konkrete Fragen

Im Hauptteil konzentrierst du dich auf folgende Fragen: 

  • Warum möchtest du diesen Studiengang studieren? 
  • Warum bewirbst du dich gerade an dieser Hochschule? 
  • Warum bist du für diesen Studiengang besonders geeignet? Welche Stärken und Fähigkeiten qualifizieren dich dafür? 
  • Welche beruflichen Ziele verfolgst du mit dem Studium?   

Beziehe dich bei deiner Ausführung konkret auf den Studiengang und zeige deinem Leser bzw. deiner Leserin, dass du dich mit den Inhalten auseinandergesetzt hast. Die meisten Hochschulen veröffentlichen auf ihren Websites Studienpläne zu ihren Studiengängen. Darin sind alle Module für die einzelnen Semester aufgeführt. Informiere dich auch über die Hochschule: Steht sie für bestimmte Werte und Ziele oder gehört sie in deinem angestrebten Fachbereich zu den Top-Hochschulen?  

Deine Kenntnisse und Fähigkeiten führst du ebenfalls mit Bezug zu den Studieninhalten auf und belegst sie möglichst mit konkreten Beispielen. Kleiner Tipp, falls du erst wenig oder noch gar keine Berufserfahrung hast: Bringe deine persönlichen Interessen ein oder verweise auf Projekte, an denen du bereits mitgewirkt hast, zum Beispiel in der Schule oder in einer Ferienfreizeit. Vielleicht bist du auch Mitglied in einem Verein oder kannst durch einen Ferienjob, ein Praktikum oder ähnliches die Brücke zum Studium schlagen?  

Das Gleiche gilt für deine Stärken: Hast du zum Beispiel bereits bewiesen, dass du gerne Verantwortung übernimmst oder Probleme sofort anpackst? Bleibe bei deiner Selbsteinschätzung aber auf dem Teppich und stelle deine Stärken realistisch und differenziert dar.  
 
Die meisten Hochschulen wünschen sich Studenten und Studentinnen, die zielgerichtet studieren und bereits konkrete berufliche Vorstellungen haben. Überlege dir daher, welche Ziele du mit dem Studiengang verfolgst und welchen Beruf du anstrebst. Mit diesem perspektivischen Ausblick in die Zukunft kannst du den Hauptteil geschickt abrunden.  

Im Schlussteil fasst du deine Kernaussage noch einmal kurz zusammen. Abschließend kannst du deinem*deiner Ansprechpartner*in die Möglichkeit für Rückfragen anbieten und deine Vorfreude auf eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch ausdrücken.  

Achtung: Wir empfehlen dir, dich bei deiner Studienplatzbewerbung unbedingt an die Vorgaben der Hochschule zu halten! Reiche nur die Unterlagen ein, die ausdrücklich angefordert werden. Sollte kein Motivationsschreiben verlangt werden, dann ist es höchstwahrscheinlich auch nicht erforderlich oder sogar nicht erwünscht. 

Marketing in eigener Sache

Es ist nicht jedermanns Sache, sich mit den eigenen Stärken zu brüsten. Grundsätzlich aber gilt: keine falsche Bescheidenheit!  Wie bei der gesamten Bewerbung geht es beim Motivationsschreiben darum, dich gut zu verkaufen und dich gegen deine Mitbewerber*innen durchzusetzen.

Kurz gesagt, du betreibst Marketing in eigener Sache. Willst du zum Beispiel Manager*in werden, ist ein selbstsicheres Auftreten ohnehin von Vorteil. Zu großspurig sollte dein Motivationsschreiben aber auch nicht werden. Das wirkt eher negativ und unglaubwürdig. Bleibe vor allem bei der Einschätzung deiner Kenntnisse bei der Wahrheit: Es kann peinlich werden, wenn deine Englischkenntnisse im Vorstellungsgespräch doch nicht so fließend sind, wie von dir behauptet.  

Hier findest du ein Beispiel für ein Motivationsschreiben für ein Sportstudium, an dem du dich orientieren kannst.  

Junge Bewerberin arbeitet an einem Motivationsschreiben für ihr Sportstudium.
Motivationsschreiben Sport Beispiel

Du suchst nach Inspiration für dein Motivationsschreiben für ein Sportstudium? Dann schau dir zur Orientierung unser Beispiel an! Es hilft dir dabei, bei deinem individuellen Motivationsschreiben den passenden Stil und Aufbau zu finden.

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Fazit

Beim Motivationsschreiben kommt es darauf an, die Balance zwischen realistischer Selbsteinschätzung und Eigenwerbung zu finden. Wenn es dir dann noch gelingt, deine Erfahrungen und Fähigkeiten auf dein Wunsch-Studium zu münzen und kurz und knackig darzustellen, macht deine Selbstpräsentation auf jedem Fall einen guten Eindruck.

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